Birgit Langebartels - Warum Nachhaltigkeit oft überfordert
Shownotes
Nachhaltigkeit ist wichtiger denn je und gleichzeitig für viele Menschen schwer greifbar. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Nachhaltigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung oft in den Hintergrund rückt, obwohl sie uns alle betrifft - besonders unsere Kinder.
Moderatorin Sinah Jakobsmeyer spricht mit Psychologin Birgit Langebartels darüber, wie Familien Nachhaltigkeit verstehen, vermitteln und gemeinsam leben können. Birgit war über 25 Jahre beim Kölner Marktforschungsinstitut rheingold, unter anderem als Leiterin Kids & Family Research, und ist heute mit ihrer Firma b.forscht selbstständig. Auf ihrer Website steht: Die Welt ist komplex genug - machen wir es einfacher. Und da ist sie bei uns genau richtig!
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00:00:00: Da sind wir wieder.
00:00:00: Ich freue mich richtig, hier wieder dabei zu sein.
00:00:03: Wir sind wieder am Start.
00:00:04: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Henrietta Family Podcasts.
00:00:09: Ein Podcast für die ganze Familie.
00:00:12: Und heute geht es auch um ein Thema, das alle alle alle alle betrifft.
00:00:16: Es ist eins, dass seine Wichtigkeit nicht verloren hat, ganz im Gegenteil, aber zumindest für mich gefühlt so irgendwie in der öffentlichen Wahrnehmung.
00:00:26: Manchmal so ein bisschen weniger wichtig geworden ist.
00:00:28: Fragezeichen können wir jetzt klären.
00:00:30: Es geht um Nachhaltigkeiten.
00:00:33: Großes Wort.
00:00:34: Es ist ja, wie gesagt, wichtig, wie es wahrgenommen wird, wie Kinder dazustehen und wie Familien zusammen daran gehen können.
00:00:42: Das klären wir jetzt mit einer Expertin genau dazu.
00:00:45: Ich spreche mit der Psychologin Birgit Lange Bartels.
00:00:48: Sie war über fünfundzwanzig Jahre beim Kölner Marktforschungsinstitut Rheingold, auch als Leiterin Kids and Family.
00:00:56: hat sich dann selbstständig gemacht mit der Firma Beforged.
00:00:59: Auf ihrer Webseite steht, die Welt ist komplex
00:01:02: genug,
00:01:03: machen wir es einfacher.
00:01:05: Und da, Birgit, sind wir jetzt auf jeden Fall genau richtig, da bist du genau richtig, gerade beim Thema Nachhaltigkeit.
00:01:12: Hallo erst mal.
00:01:13: Hallo Sina, ich freue mich sehr, dass ich heute mit dir sprechen darf.
00:01:17: Ja, ich freue mich, ich freue mich auch total.
00:01:20: Und übrigens, ganz am Anfang gesagt, wir haben uns gerade auf das du geeinigt.
00:01:24: Also, falls der eine oder andere denkt, mein Gott, die sind aber schon sehr vertraut.
00:01:26: Also, wir haben tatsächlich ein Vorgespräch geführt und haben uns aufs du geeinigt.
00:01:30: Irgendwie ist das immer ein bisschen angenehmer.
00:01:33: Birgit, du... Hast ja auch viel im Themenbereich Familie und Kinder geforscht und hast auch das AOK Henrietta Projekt auch schon mit deiner Expertise bereichert.
00:01:44: Einfach damit wir Eltern mal so ein bisschen so einen Überblick haben, wo man vielleicht auch nochmal schauen kann.
00:01:48: Erzähl doch mal, was bisher da schon so gelaufen ist.
00:01:51: Ja, ich darf jetzt Projekte und Spektakel mit ihrem Programm Henrietta und Kuh für die AUK schon seit Jahren begleiten.
00:01:59: Und wir haben zum Thema Nachhaltigkeit geforscht.
00:02:02: Wir haben zum Thema Kinder und Corona geforscht.
00:02:05: Ich habe geforscht zu Kinder, Jugendliche.
00:02:08: Wie gehen die mit ihrem Leben?
00:02:09: Wie gehen die mit Themen um, die sie bewegen?
00:02:11: Zum Thema Ernährung.
00:02:13: Also im Grunde kann man sagen, alles das, was Kinder, was Familien betrifft.
00:02:17: Und da habe ich natürlich auch noch in meinen weiteren Forschungsanfall.
00:02:21: habe ich sehr viel, auch den Fokus auf das Thema Familie.
00:02:25: Und ja, du hattest eben schon gesagt, ein Ausspruch mal auf meiner Website ist die Welt ist komplex genug, machen wir sie einfacher.
00:02:33: Die ist tatsächlich für Familien, für Kinder, für uns alle, aber natürlich da nochmal sehr stark der Fokus drauf heute sehr, sehr komplex geworden.
00:02:41: Und die Fragestellung ist natürlich da, wie kann man es handhabbarer machen, wie kann man es einfacher machen, dass es uns nicht komplett überfordert.
00:02:51: Was ich ja total spannend finde, Birgit, du hast in diesem Henrietta-Projekt auch Kinder zum Thema Nachhaltigkeit befragt.
00:02:59: Was ist dabei herausgekommen und wie bewertest du das als Expertin?
00:03:04: Also zuerst einmal finde ich es ganz wichtig zu sagen... Wir sind ja an diese Studie herangetreten mit der Frage, wir erleben Kinder eigentlich das Thema Nachhaltigkeit.
00:03:16: Aber dieses Mal wollten wir eben nicht durch die Erwachsenenbrille schauen, die Eltern nur befragen oder die Lehrerinnen und Lehrer, sondern durch die Aup von Kindern schauen.
00:03:26: Also was bedeutet wirklich Nachhaltigkeit für sie?
00:03:29: Was bewegt sie wirklich und wie können wir sie stärker?
00:03:34: Einbinden.
00:03:34: Wie können wir sie stärken statt überfordern?
00:03:36: Das war im Grunde das Ziel des Projektes.
00:03:39: und auf dieser Basis heraus aufbauen natürlich auch herauszufinden.
00:03:44: Wie kann da das Programm Henrietta und Kosi positiv und kidgerecht auch unterstützen?
00:03:50: Und ich fand es sehr spannend, auch berührend.
00:03:56: die Studie wirklich auch zu schauen, was bewegt die Kinder und wie erleben sie das Thema Nachhaltigkeit.
00:04:02: und wenn ich an solche Untersuchungen, an solche qualitativen Studien, das muss ich dazu noch mal sagen, das sind jetzt keine Fragebögen, die wir nur abhaken mit den Kindern, mit den Erwachsenen, je nachdem wer dann im Fokus ist, sondern wir sprechen wirklich anderthalb bis zwei Stunden mit den Menschen und fragen, was sie bewegt.
00:04:22: und wenn wir Menschen und ihr Verhalten Wenn wir Kinder Familien verstehen wollen, müssen wir immer auch gucken, wie geht es ihnen eigentlich auch im Moment in ihrem Alltag?
00:04:31: Was ist das für eine Zeit eigentlich, in der Kinder aufwachsen?
00:04:35: Was hat das für Auswirkungen auf die Kinder?
00:04:38: Auch gerade die Unsicherheit unserer derzeitigen gesellschaftlichen Situation, weil wir können nicht davon ausgehen, dass Kinder davon nichts mitbekommen.
00:04:47: Sie bekommen sehr wohl sehr viel davon mit.
00:04:49: Von daher sind diese Frage immer erst auch die Basis.
00:04:52: Also, wie geht es euch?
00:04:54: Wie ist es im Alltag?
00:04:56: Wie beschreibt ihr die Zeit zu Hause in der Schule?
00:05:00: Also das ist immer in dem Sinne so die Verstehensbasis auf der.
00:05:04: Darauf aufbauen wir.
00:05:05: dann schauen, wie gehen Sie mit verschiedenen Themen um und so und hier in diesem Zusammenhang halt.
00:05:10: dann das Thema Nachhaltigkeit.
00:05:13: Und was haben die Kinder da so geantwortet?
00:05:15: Na ja, zuerst einmal erleben die Kinder das schon auch sehr stark, dass, ja, dass die Erde leidet.
00:05:21: Also und die Hami, eigentlich haben sie das so ein bisschen beschrieben, die Erde wie in kranken Patienten.
00:05:27: Und das Thema Nachhalt, oder der Begriff Nachhaltigkeit, der ist für viele aber noch recht abstrakt.
00:05:33: Also ich muss dazu sagen, wir haben mit Kindern gesprochen im Grundschulalter bis zum Alter neunzehn Jahre.
00:05:41: Von daher im Jugendlichen Alter ist das natürlich dann nochmal anders.
00:05:45: Aber für Kinder in diesem Alter ist der Begriff Nachhaltigkeit noch sehr abstrakt und auch schwer zu greifen.
00:05:52: Aber
00:05:53: sie wissen natürlich, wenn es um die Erde geht.
00:05:56: dass es der Erde nicht so wirklich gut geht.
00:05:59: Und das, was Sie da erkennen, das sind eigentlich eher so die sichtbaren Dinge direkt in Ihrem Alltag.
00:06:06: Also der Müll auf der Straße, Plastik im Meer, die Stromverschwendung, dass es weniger Bäume gibt, dass es stinkt, also sehr... sinnlich beschreiben die Kinder das dann auch.
00:06:18: Also das ist ein sehr kindlicher Zugang zum Thema Nachhaltigkeit.
00:06:22: Also die denken jetzt nicht beispielsweise in CO-Zwei-Bilanzen oder Klimapolitik, sondern die beschreiben erstmal sehr konkrete unmittelbare Alltagserfahrung.
00:06:34: Manchmal vielleicht auch die Brille durch die Erwachsene auch mal durchgucken sollten, ne?
00:06:38: Genau, genau.
00:06:38: Aber das... Wir haben gesehen, dass Kinder das auch manchmal sogar den Erwachsenen noch mal näher bringen.
00:06:45: Also gerade über diese Alltagstinge.
00:06:47: Und letztendlich ist es genau richtig, was du sagst.
00:06:50: Also wir können eben nicht etwas höres Klima für die Erde tun, wenn wir nur abstrakt bleiben, sondern es geht nur über den Alltag.
00:06:59: Es geht nur über wirklich das tatsächliche Tun auch jeden Tag das, was wir vorfinden.
00:07:05: Dem zusammen nochmal diese globalen Zusammenhänge.
00:07:07: sind zum Teil gekommen von den Kindern.
00:07:10: Ich hatte vorher auch schon mal Untersuchungen gemacht.
00:07:12: Zusammenhang mit Henrietta und Co.
00:07:14: mit etwas älteren Kindern.
00:07:15: Da war das schon auch, dass sie globale Zusammenhänge sehr deutlich erklären konnten.
00:07:20: Sie waren mir sehr beeindruckt.
00:07:22: Wenn sie etwas jünger sind im Grundschuleiter ist das etwas weniger.
00:07:26: Was aber schon auch sehr deutlich wurde, dass es den Kindern eigentlich an Gesprächen fehlt über das Thema Nachhaltigkeit.
00:07:33: Also sowohl in der Schule, also auch in den Familien.
00:07:36: Da wollen sie mehr lernen, also die fühlen sich da manchmal auch ein bisschen allein mit dem Thema, weil sie kriegen das mit.
00:07:45: Sie kriegen mit, dass es der Erde nicht gut geht und das kann natürlich dann auch überfordern, das kann Sorgen machen.
00:07:53: und auch Es ist ja oft dann auch hier die Frage, ob überfordern wir die Kinder nicht, wenn wir sie mit dem Thema belasten oder wenn wir mit ihnen über das Thema sprechen.
00:08:05: Da würde ich ganz klar sagen, nein, es geht hier ganz klar darum.
00:08:08: Wie sprechen wir mit den Kindern?
00:08:10: Wie schaffen wir hier einen kindlichen Zugang?
00:08:13: Das finde ich total spannend, was du da sagst.
00:08:16: Weil man da auch noch mal sieht, finde ich, wie viele Kinder einfach so zwischen den Zeilen mitbekommen.
00:08:23: Das ist ja nicht nur bei dem Thema, sondern im Prinzip bei einem anderen auch.
00:08:26: Also du kannst den Kindern einfach nichts vormachen.
00:08:30: Geht's dir selber schlecht beispielsweise, dann kriegen sie das auch mit, auch wenn du versuchst es irgendwie zu überspielen vielleicht.
00:08:37: Also das finde ich auf jeden Fall nochmal spannend.
00:08:39: Aber ja, wie du schon sagst, es ist ja auch ein Thema, was selbst Erwachsene überfordert, denn Fakt ist, der Klimawandel ist ja... kein böser Spuk mehr zum Beispiel.
00:08:47: Wir spüren ihn auch in Deutschland.
00:08:49: Die Zahl der heißen Tage in Deutschland hat sich laut Deutsche Wetterdienst seit neunzehntfünfzig zum Beispiel verdreifacht.
00:08:56: Selbst ein nasser Sommermonat kann die Böden nicht mehr ausreichend wässern.
00:08:59: Grundwasserspiegel singen immer weiter, Wälder leiden und so.
00:09:04: Bei mir ist es ganz oft so, je mehr ich reingehe, dann lese ich was von Permafrostschmelze, drohende Erdrutsche in Gebirgen und und und.
00:09:12: Und man denkt so, oh Gott, das ist hier ein Fass.
00:09:15: Also man merkt irgendwann das Haus brennt, selbst wie Erwachsene können da mitunter dann schon teilweise schlecht umgehen.
00:09:23: Wie macht
00:09:23: man das mit Kindern?
00:09:24: Also die harte Wahrheit zu offenbaren ist wahrscheinlich jetzt irgendwie auch nicht der richtige Weg, aber davor verschließen eben auch, nicht sagst du auch.
00:09:30: Also wie macht man's?
00:09:32: Ja, ich würde gerne bei dem Punkt ansetzen, den du irgendwie gesagt hast, also davor zu verschließen, ist ganz falsch, weil... Kinder bekommen das mit.
00:09:40: Kinder kriegen mit.
00:09:41: Irgendwie, wenn es mir gut geht, wenn es mir schlecht geht.
00:09:44: Wenn ich nervigen, tagenstressigen Tag hatte, Kinder haben dafür Antennen.
00:09:49: Und wir müssen mit den Kindern darüber reden.
00:09:53: Und es ist nicht nur gut.
00:09:54: Für die Erde sage ich jetzt mal so ganz platt, sondern es ist auch gut für die Kinder, wenn sie darüber sprechen und wenn sie aber damit nicht allein gelassen werden.
00:10:02: Also wenn sich diese Ohnmachtserfahrung, die wir erwachsen ja auch oft spülen, das hast du ja auch gerade gesagt, das ist ein Fass ohne Boden.
00:10:09: Wo setze ich denn da an?
00:10:10: Auch wenn ich was mache, da kann ich doch gar nichts dagegen ausrichten.
00:10:13: Doch dieses Erleben, den Kindern zu geben und aber auch uns Erwachsenen zu geben, ich kann teilen.
00:10:19: einer guten Lösung sein.
00:10:21: Und das erzählen die Kinder einem auch.
00:10:23: Die Kinder erzählen einem, ja, ich trenne den Müll.
00:10:26: oder ein Mädchen erzählte, ich ärger mich darüber, dass so viel Müll weggeschmissen wird.
00:10:32: Ich bin in der Schule in der AG, wo ich den Müll aufsammeln oder aber ich fahre mit dem Fahrrad statt mit dem Auto.
00:10:41: Beim Zähneputzen machen wir immer das Wasser aus.
00:10:44: Ich mache das Licht aus, wenn ich das Zimmer verlasse.
00:10:46: Das sind Kleine Dinge, die aber psychologisch.
00:10:50: eine sehr große Wirkung haben, weil sie in Richtung von Selbstwirksamkeit gehen.
00:10:55: Und da wären wir wieder an dem Punkt, dass wir müssen immer auch schauen, in welcher Welt leben wir, in welchem gesellschaftlichen Klima.
00:11:04: Und es ist ein Klima, ein sehr verunsichertes Klima im Moment.
00:11:08: Wir Menschen sind sehr verunsichert durch die Geschehnisse der letzten Jahre eigentlich angefangen mit der Corona-Pandemie.
00:11:15: Das hat uns zutiefst verunsichert.
00:11:17: Das hat die Kinder verunsichert.
00:11:19: Das hat Familien.
00:11:19: verunsichert.
00:11:20: Das hat uns wirklich, wirklich belastet und hier an der einen oder anderen Stelle Möglichkeiten zu bekommen, wieder mehr in die Selbstwirksamkeit zu gehen, wieder mehr etwas ausrichten zu können, um aus diesem Ohnmachtsgefühl herauszukommen.
00:11:36: Und das ist beispielsweise extremst wichtig für die Kinder.
00:11:42: Ich fand doch einen anderen Aspekt, der in der Studie herausgekommen ist, fand ich wirklich sehr, sehr Wichtig.
00:11:51: Und das ist noch mal eine tieferere Ebene.
00:11:53: Also das geht eben bei dem Thema Nachhaltigkeit, wenn Kinder sich damit beschäftigen, geht es eben nicht nur um das Thema Nachhaltigkeit im engeren Sinne, sondern hinter dem Nachhaltigkeitsthema stecken per den Kindern tieferere Fragen.
00:12:10: Also, habe ich einen sicheren Platz in dieser Welt?
00:12:14: Bin ich machtlos oder kann ich was bewirken?
00:12:17: Wer sieht mich überhaupt?
00:12:19: Bin ich sicher?
00:12:20: Also das sind ganz existenzielle Fragen der Kinder, die in den Nachhaltigkeitsthemen gespiegelt werden.
00:12:28: Also wenn wir mit den Kindern über Nachhaltigkeit sprechen, sprechen wir implizit mit ihnen immer auch über Zugehörigkeit, Sicherheit, Selbstwirksamkeit.
00:12:37: Also das bekommen die Kinder in ihrem Alltag mit.
00:12:40: Wo ist mein Platz in der Familie, in der Klasse, bei den Freunden?
00:12:46: Wo bin ich sicher?
00:12:47: Bekomme ich noch genügend zu Essen?
00:12:49: Bekomme ich genügend Kleidung?
00:12:51: Ist die Welt noch ausreichend für alle Menschen, aber eben auch für mich?
00:12:56: Das heißt, Kinder haben häufig Sorgen und Ohnachtsgefühle.
00:13:00: Und das spiegelt sich in den Nachhaltigkeitsthemen.
00:13:05: Zum Beispiel über Bevölkerung, lieber Wandel, Ressourcen knapp halt.
00:13:09: Und wenn wir diese Nachhaltigkeitsthemen nicht begleitend, wenn die Kinder den ausgesetzt sind, dann kann das eher Ängste verstärken.
00:13:18: Also da würde ich dann auch so Skeptikern recht geben, dass ja, also die Nachhaltigkeitsthemen nur einfach die Kinder hingelegt, die verstärken auch dann eher die Ängste, aber mit der richtigen Ansprache durch eine Steigerung.
00:13:34: Der Selbstwirksamkeit können Kinder daraus auch gestärkt hervorgehen.
00:13:38: Also was ich auf jeden Fall als Takeaway sozusagen für die Eltern da draußen mitnehme, ist, man kann den Kindern ruhig was zutrauen.
00:13:46: Auf jeden Fall.
00:13:47: Man muss es natürlich, ich sag mal Low Level machen, eben so, dass man, dass man vielleicht wirklich den diesen Selbstwirksamkeitsaspekt irgendwie zusammen vielleicht angeht.
00:13:55: Ich weiß nicht, ob vielleicht zum Beispiel entsprechende Kinderbücher, wenn man die zusammen liest, helfen.
00:14:00: Ich hab zum Beispiel meiner Tochter so ein Spiel geschenkt.
00:14:03: Da sind so... Karten drin und dann steht da drauf, bei einem nächsten Spaziergang zum Beispiel, dann nehmen wir immer so fünf Karten mit und dann steht da drauf, Finde ein Blatt mit fünf Spitzen oder so.
00:14:14: Oder finde einen Stock oder finde einen Stein, der so oder so aussieht.
00:14:18: Und dann geht sie los und wühlt dann darum und so weiter.
00:14:21: Und deswegen dachte ich jetzt gerade so, vielleicht könnte so was auch so sein, dass man einfach so diesen Naturaspekt irgendwie den Kindern so ein bisschen schleichend irgendwie... näher bringt, also dass man einfach zusammen die Natur anders noch mal erlebt, bewusst da vielleicht.
00:14:36: Ja, das finde ich ein ganz, ganz wichtigen Aspekt, weil es geht, also es muss auf jeden Fall oder es sollte auf jeden Fall in so ein positives Narrativ gehen, nicht so um Gottes Willen, die mit der Natur, mit der Erde, es geht alles bergab, sondern es sollte noch an diesen positiven Anreiz.
00:14:54: Wir möchten gerne unsere Naturschüsse, weil die Natur die schützt uns.
00:14:59: Und das erleben die Kinder auch.
00:15:00: Und das war bis zum Beispiel auch etwas gewesen.
00:15:02: Das hat mich wirklich erstaunt, dass die Kinder Natur als Ressource aufsuchen.
00:15:09: Also wenn ich mich erinnere an meine Zeit früher, wenn wir wandern gegangen sind oder rausgegangen sind, das fand ich ziemlich langweilig.
00:15:17: Aber für die Kinder, es haben mehrere Kinder erzählt, dass für sie Natur ist ja noch mal mehr als jetzt nur Umwelt.
00:15:26: Das ist so ein Rückzugsort, ein Ruhepol und eigentlich so ein, das haben sie jetzt nicht dabei so geäußert, aber so ein Gegenstück zum digitalen Dauerstress.
00:15:36: Also ein Ort, wo sie Kraft tanken.
00:15:38: Und die haben mehrfach haben Kinder gesagt oder unterschiedliche Kinder haben gesagt, die Stille.
00:15:44: Ich finde die Stille sehr ist es so still.
00:15:46: Das ist schön.
00:15:47: Also ein ruhiger Ort, das ist wie ein emotionales Gegengewicht.
00:15:56: Und das ist so dieser Überkomplexität, dieses schneller und lauter werdende unserer Welt, das steht dem so ein bisschen in positiver Form entgegen.
00:16:08: Also hier können Sie sich selber spüren, können Sie, haben Sie auch das Gefühl, mal loszulassen, dass dieses analoge Prinzip eins nach dem anderen oder auch so was Fokus sieht aus, das was du eben erzählt hast, ne?
00:16:19: Finde einen Blatt, was war das mit fünf Spitzen, ne?
00:16:22: So wie wirklich dieser Fokus nur darauf ist, was übrigens sicherlich auch Erwachsenen gut tun würde.
00:16:29: Ja, das glaube ich allerdings auch, Stichwort Bildschirmzeit und so weiter, ne?
00:16:33: Also es ist ja sowieso alles so eine reizte Überflutung momentan, irgendwie da draußen.
00:16:38: Das glaube ich auch.
00:16:39: Also jeder kennt das ja irgendwie, dass noch so einem Weitspazier, zum Beispiel, das irgendwie das Gehirn wieder so richtig aufgetankt hat, ne?
00:16:46: Ja, und das beschreiben, die Kinder beschreiben auch, wie gern sie das machen oder Zelten gehen oder sowas, wo sie sich nochmal in einer anderen Form auch spüren, ne?
00:16:56: Und ... Aber du hattest eben gefragt, wie sollte man eigentlich mit Kindern umgehen?
00:17:00: Das ist natürlich das eine, in die Natur zu gehen und die Natur auch wirklich so als Ressource zu nutzen.
00:17:07: Und das andere ist aber auch kleine, verdaubare Häppchen zu machen und einen spielerischen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit, hier kreative Formate zu machen, über Spiele, aber auch den Alltag.
00:17:22: ganz klar aufgreifen.
00:17:24: Also Verhalten und Konsequenzen von Fahrrad fahren.
00:17:27: Was heißt es, wenn ich das Licht ausmache?
00:17:30: Wie viel spare ich da?
00:17:32: Da auch ruhig die Kinder, die lieben Challenges.
00:17:35: Hier auch, was weiß ich, ein Challenge auszuhofen.
00:17:39: Wer spart am meisten Energie?
00:17:43: Wie können wir das schaffen?
00:17:44: Als Familie und dann am letzten Endes auch eine Belohnung auszurichten.
00:17:49: Also hier wirklich in spielerischen Zugang.
00:17:54: Aber auch Raum natürlich geben für Sorgen und Ängste.
00:17:58: Aber über diese kleinen Handlungen erleben die Kinder eben auch, oh, ich kann hier doch etwas tun.
00:18:08: Ja, ich glaube, das hat auf jeden Fall noch mal weitergeholfen da diesen Aspekt.
00:18:11: Und vor allem, ich glaube, was vielen einfach wirklich nicht klar ist, dass Kinder auch irgendwo durchaus eine Sehnsucht haben können nach Stille, Ruhe und Natur.
00:18:22: Weil natürlich, klar, kann man irgendwie, weiß ich nicht, fünf Folgen Paw Patrol durchsuchten.
00:18:30: Aber scheinbar ist es eben doch so, dass Kinder eben auch Spaß daran haben.
00:18:35: Ja, selbst irgendwie Natur zu erfahren.
00:18:37: Ja, und Pop Patrol nichts gegen einzuwenden, auch, dass man eine ganze Weile zu gucken.
00:18:43: Aber eben, es braucht auch diesen Wechsel von digital.
00:18:47: und analog und dass Kinder da wirklich wieder in so ein Körper naas erleben auch kommen.
00:18:55: Und hier auch eben nicht über den Verzicht nur zu gehen, sondern auch die Freude daran.
00:18:59: Also die Kinder haben wirklich auch wortwörtlich gesagt, das gibt mir so ein gutes Bauchgefühl, wenn ich das mache.
00:19:06: oder wenn ich gemeinsam mit meiner Freundin, und die haben selber dann auch so, dass man sollte, in der Grundschule sollte man wirklich so Dienste einrichten, wo Mülldienste, Nachhaltigkeitsdienste, die wirklich dann auch eine Verantwortung übernehmen und die auch gefördert sind.
00:19:24: Aber Stichwort Verantwortung, da springt noch was ein.
00:19:26: Das ist ja immer die Frage, was kann man den Kindern zumuten?
00:19:31: Was kann man ihnen an Verantwortung übertragen?
00:19:35: Ich sehe in meinen Forschungen dazu, dass es da manchmal etwas hakt, also dass manchmal Kinder Verantwortung übertragen bekommen, eigentlich für Eltern Themen oder für Erwachsenen Themen.
00:19:46: Das ist nicht der richtige Platz, sondern dass Kinder das übernehmen.
00:19:49: Aber auf der anderen Seite wird Kindern manchmal auch Verantwortung für Themen, die ihnen zustehen oder die sie leisten können.
00:19:58: eben nicht zugesprochen.
00:19:59: Und das wird ferngehalten von ihnen.
00:20:01: Und das kränkt die Kinder.
00:20:03: Und die wollen hier Verantwortung übernehmen.
00:20:05: Die wollen Verantwortung übernehmen, dem was sie natürlich leisten können.
00:20:09: Und dann möchten sie auch, dass diese Leistung auch gesehen werden.
00:20:14: Und das natürlich auch immer in kindgerechter Form.
00:20:21: Aber die wollen ihr gerne zeigen, was sie leisten können, was sie schaffen können.
00:20:28: Birgit, du hast ja auch zum Thema Nachhaltigkeit geforscht und dir das Konsumverhalten zum Beispiel von Menschen angeguckt und so weiter.
00:20:37: In dem Bezug auch.
00:20:39: Was sind da so die wichtigsten Ergebnisse aus deiner Sicht und wie wichtig ist den Menschen das Thema Nachhaltigkeit?
00:20:45: Du hast das eben in der Anmoderation schon etwas gesagt, dass du den Eindruck hast, dass das Thema Nachhaltigkeit etwas in den Hintergrund gerückt ist.
00:20:53: Dem würde ich zustimmen.
00:20:55: Also es ist aufgrund der Multikrisen in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund gerückt, ist aber dennoch wirksam.
00:21:03: Also es ist nicht ganz weg, es ist dennoch wirksam.
00:21:05: Die Menschen haben aber das Gefühl irgendwie, mein Judith, das eine kommt aufs andere drauf, was sollen wir denn doch noch, was sollen wir noch alles leisten, wo sollen wir noch verzichten?
00:21:15: Wir kriegen kaum unseren Einkauf gestemmt, es ist alles teurer geworden, Kriegsangst, Corona hat noch Nachwirkung und ja.
00:21:24: Da ist so das Thema Nachhaltigkeit, kann dann noch mal etwas weiter auf weggerückt werden, weil es mitunter nicht ganz so nah im Alltag spürbar ist.
00:21:34: Im Umkehrschluss kann es aber wunderbar genutzt werden.
00:21:38: Also wenn die Menschen das Gefühl haben, beispielsweise ich kaufe ein nachhaltig verpacktes Produkt, hat das Auswirkungen auf das Erleben von dem Produkt, wenn es gut gemacht ist, dann haben Menschen nämlich das Gefühl, Das ist etwas, das ist natürlicher, das ist besser für mich.
00:21:57: Und das gibt Ihnen dann auch eine Art Wertschätzung zurück vom Hersteller.
00:22:02: Weil, so wollen Menschen oft das Gefühl haben, jetzt sind aber mal die anderen dran.
00:22:06: Und das Thema Nachhaltigkeit ist oftmals so, weil man das jetzt in Bezug auf Produkte sieht im Foodbereich.
00:22:15: Da sag ich mal so in Anführungsstrichen, da ist es fast so, erst das Fressen dann die Moral so, also dass das so ein bisschen in Hintergrund rückt ist.
00:22:25: Nichtsdestotrotz und da sehe ich eine Parallele zu der Kinder untersuchen.
00:22:32: Auch für uns Erwachsene ist dieses Thema Nahhaltigkeit unfassbar komplex und mitunter oder was heißt man unter?
00:22:40: Oftmals natürlich auch mit Ängsten verbunden, oder wie du eben sagst, ist ein Fass ohne Boden.
00:22:44: Wenn wir uns da erst mal richtig rein beginnen, könnten wir die Hände über den Kopf zusammenschlagen.
00:22:48: Das heißt auch hier heißt es Zugangsbarrieren zum Thema Nachhaltigkeit, Runterschrauben und auch hier in den Alltag verankern.
00:22:59: Was kann ich als Erwachsener tun, um mich nachhaltiger?
00:23:04: zu verhalten.
00:23:05: Es geht jetzt hier nicht entweder null oder hundert Prozent, sondern es geht um kleine Schritte, die in den Alltag zu implementieren.
00:23:13: Und das wird als sinnstiftend erlebt und in dem Sinne ressourcenstärkend nicht nur für die Umwelt, sondern auch für uns Menschen.
00:23:24: Also auch wir erwachsen haben das Gefühl, wenn ich mich nachhaltiger verhalte, Und dass auch, ja, ritualisiert in meinen Alltag auch integriere, gibt es uns auch als Erwachsenen auch ein besseres Gefühl.
00:23:37: Und das kann ruhig auch so eignützig dann auch gemacht werden.
00:23:39: Man muss ja nicht immer nur in diesem Verzichtslogik denken.
00:23:44: Ja, absolut.
00:23:46: Gibt es noch etwas, was dir wichtig ist, zu sagen, Birgit?
00:23:51: Ja, ich würde ganz gerne nochmal kurz auf... Die Rolle von dem Programm von Henrietta und Co, weil mich das natürlich schon noch noch mal sehr beeindruckt hat, wie hier dieses Programm das etwas, den Blick auf Nachhaltigkeit und den Zugang zu Nachhaltigkeit in Bezug auf Kinder auch verändern kann, positiv verändern kann.
00:24:15: Also das ist da eher um.
00:24:17: Hoffnung machen geht statt einer Ohnmacht.
00:24:20: Also, dass hier das Thema Nachhaltigkeit spielerisch kreativ, alltagsnah vermittelt wird.
00:24:27: Also, indem ich aus Müll, aus dem, was ich sonst wegschmeiße, was Neues mache, indem ich hier basteln kann, indem ich mich selber mit dem Thema Auseinandersätze in Challenges gehe.
00:24:41: Also immer auch dieses aktiv, fröhlich und lebendig die Kinder aus dem Programm entlasse, sodass sie das Gefühl haben, wow, ich kann anfangen, ich kann anfangen mit einem kleinen Schritt, ich bin wichtig und mein Beitrag zählt.
00:24:57: Und von daher, und das fand ich eigentlich sehr spannend, dass in Bezug auf Prävention, das sagt man erstmal, man könnte bei erstmal so denken, oh, Nachhaltigkeit habe eigentlich nichts mit Prävention zu tun.
00:25:11: Aber... hat es eben doch, weil Henrietta und Co.
00:25:15: vermittelt Nachhaltigkeit, also nicht nur für die Umwelt, sondern so ein Werkzeug für seelisches Wachstum, also indem ich spielerisch mich mit dem Thema auseinandersetze, indem ich spielerisch merke, ich kann etwas ausrichten in dieser Welt, in der es nicht so gut geht, die krankt, ich kann die Welt ein Stück weit heilen.
00:25:39: Und das ist wirklich ein ganz positiver Zugang zum Thema Nachhaltigkeit.
00:25:44: Also nicht die Welt geht unter, sondern ich kann etwas tun.
00:25:48: Wenn auch nicht alles, aber ich kann etwas tun.
00:25:52: Und also in den Kindern dann was für die Umwelt tun, würde ich sagen, tun sie gleichzeitig auch etwas für sich.
00:25:59: Okay, super.
00:26:01: Birgit, vielen Dank für deine spannenden Einblicke.
00:26:05: Also wir nehmen mit Selbstwirksamkeit das A und O, das den Kindern aufzuzeigen.
00:26:11: Sie können mitmachen, sie können mitgestalten, aktiv und das im besten Fall.
00:26:15: ohne eben als Eltern die große Angstkeule sozusagen zu schwingen.
00:26:20: Also vielen Dank für die Einblicke und wie gesagt, danke für deine Zeit.
00:26:25: Und falls ihr noch mehr hören möchtet, zu Themen, die Familien bewegen, wie zum Beispiel Ernährung von Kindern oder auch zum Beispiel zu den Picky-Etern, was das zum Beispiel ist und wie man damit am besten umgeht oder etwas über mentale Gesundheit von Kindern, dann guckt gerne mal auf unserem Kanal, da gibt es nämlich auch genau dazu.
00:26:45: Folgen von unserem Family Podcast.
00:26:47: Vielen Dank nochmal und dir einen schönen Tag Birgit.
00:26:49: Danke Nina, dir auch einen schönen
00:26:51: Tag.
00:26:51: Tschau.
00:26:52: Tschüss.
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