Janine Steeger - Warum Nachhaltigkeit bei Kindern beginnt
Shownotes
Wie können Familien nachhaltiger leben - ohne Überforderung? In dieser Folge spricht die frühere RTL-Moderatorin Janine Steeger über ihren Weg zur Nachhaltigkeit und warum sie 2015 ihren Job aufgegeben hat, um sich ganz dem Schutz unserer Erde zu widmen.
Heute ist Janine gefragte Nachhaltigkeits-Speakerin, Autorin, Gründerin eines Netzwerks aus Nachhaltigkeitsexpertinnen und Direktorin der Ecosign Hochschule für nachhaltiges Design. Im Podcast erklärt sie, warum es wichtig ist, den "einfachsten Einstieg in Nachhaltigkeit" zu finden - besonders für Familien - und weshalb wir Nachhaltigkeit unbedingt durch die Augen von Kindern betrachten sollten.
Henrietta Family | Podcast - YouTube Playlist anschauen
(Foto: Nadine Dilly)
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00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zu dieser Folge des Henrietta Family Podcasts.
00:00:05: Wir sprechen hier ja Themen an, die die ganze Familie betreffen und die manchmal so groß erscheinen, dass man gar nicht weiß, wo starte ich da überhaupt?
00:00:14: Wo fange ich an?
00:00:15: Wo
00:00:16: höre ich auf?
00:00:17: Expertinnen und Experten helfen uns hier dabei, genau diesen Startpunkt zu finden.
00:00:23: Auch bei einem Thema, bei dem ich bei der letzten Folge schon gesagt habe,
00:00:26: Puh,
00:00:27: das ist ein großes Wort.
00:00:29: Nachhaltigkeit.
00:00:31: Weil das eben so ein großes Wort ist, spreche ich jetzt mit jemandem, der tatsächlich sein berufliches Ich dafür neu erfunden hat, noch mal komplett umgekrempelt hat.
00:00:40: Ich spreche mit Janine Steger.
00:00:43: Die meisten werden sie wahrscheinlich als RTL-Moderatorin kennen.
00:00:46: Sie war jahrelang das Gesicht der Sendung Explosiv.
00:00:49: Bis sie ausgestiegen ist.
00:00:52: Jetzt geht sie nach vorne als Green Janine.
00:00:55: Was das bedeutet, das erzählt sie uns.
00:00:58: und wie wir vielleicht auch etwas greener werden können, erzählt sie uns vielleicht auch.
00:01:02: Hi Janine erstmal.
00:01:04: Hallo liebe Sina, es freut mich sehr, dass ich da sein darf und ja, ich kann es nur bestätigen, das ist ein großes Wort und auch eine große Aufgabe und wir können das jetzt hier in deinem Podcast ein bisschen zerlegen und ja, nahbarer und möglicher machen sozusagen.
00:01:20: Ja, das ist, glaube ich, ein guter Weg, erst mal um anzufangen und zu gucken, okay, wie zerlegt man das Ganze tatsächlich?
00:01:26: Wie macht man es ein bisschen kleiner, diesen großen
00:01:29: Brocken?
00:01:31: Janine, ich würde gerne erst mal mit dir persönlich anfangen, weil mich dieser Weg irgendwie total beeindruckt hat.
00:01:38: Ich bin ja Selbstmoderatorin und deswegen weiß ich, dass es sehr, sehr, sehr, sehr viele Menschen da draußen gibt.
00:01:43: Die würden sich wahrscheinlich ein Bein ausreißen für deinen Ex-Job.
00:01:48: Würde ich es trotzdem richtig beschreiben, wenn ich sage, du bist eines Tages aufgewacht und hast festgestellt, da ist irgendwie etwas das größer ist als wir alle und dem willst du vielleicht dein Leben widmen.
00:01:57: Was war deine Motivation für deine berufliche Entscheidung?
00:02:01: Ja, es war vielleicht nicht dieser eine Tag, an dem ich aufgewacht bin und die Erleuchtung hatte.
00:02:05: Es war schon ein gewisser Prozess, aber prinzipiell war es trotzdem dann ein Tag, an dem ich eine Entscheidung getroffen habe.
00:02:12: Und ich kann dir nur zustimmen, das ist tatsächlich ein Beruf, für den viele sich natürlich in Beinen ausreißen würden.
00:02:20: Und ich habe ja selber als Teenager schon davon geträumt, irgendwann RTL-Explosiv zu moderieren.
00:02:26: Und insofern ist das auch für mich natürlich jahrelang die Erfüllung.
00:02:30: meines absoluten Traums gewesen.
00:02:32: Und so habe ich das auch empfunden und gelebt.
00:02:34: Und das war eine ganz, ganz tolle Zeit, als ich diese Sendung sowohl moderieren als auch mitgestalten durfte.
00:02:40: Und es ist dann so gewesen, dass ich, ähm, Zwei-Tausend-Elf schwanger gewesen bin mit unserem Sohn.
00:02:47: Und da knallte sozusagen die Fukushima-Katastrophe rein.
00:02:51: Und ich war so ein Stück weit durch unterschiedliche Dinge, die in meinem Leben so passiert sind auf der Sinnsuche.
00:02:57: Jetzt kann man sagen, okay, warum ist die, wenn die schwanger ist?
00:03:00: Da hat man ja eigentlich einen großen Lebenssinn auch gefunden.
00:03:03: War bei mir prinzipiell natürlich auch so.
00:03:05: Und trotzdem gab es andere Gründe, warum ich mich gefragt habe.
00:03:09: Ist das eigentlich irgendwie das Leben, was ich führen will beziehungsweise, was möchte ich eigentlich auf diesem Planeten oder auch bei den Menschen um mich rum hinterlassen?
00:03:19: Also ist es quasi nur, ich hatte wahnsinnig viel Spaß, weil ich mir meinen Traumjob erfüllt habe.
00:03:24: oder aber kann ich da vielleicht irgendwie noch mehr beeinflussen und wirklich auch ein Stück weit was Sinnvolleres hinterlassen?
00:03:32: Und das habe ich dann in den nächsten Jahren, also ab dem Jahr, mehr und mehr durchdacht und habe dann irgendwann auch bei RTL angefangen.
00:03:41: mit dem Thema so ein bisschen hausieren zu gehen und wollte final dann auch eine eigene Sendung zum Thema.
00:03:47: Das habe ich so um zwei tausend vierzehn versucht und bin damit aber zum damaligen Zeitpunkt total gescheitert, weil ich damit einfach ein Stück weit zu früh dran war.
00:03:56: Und wir sind als Kolleginnen und Kollegen total positiv auseinandergegangen, aber ich habe dann in dem Moment wirklich entschieden, okay, mir ist das so wichtig geworden.
00:04:07: Ich möchte das auch beruflich wirklich behandeln das thema und mich damit beschäftigen.
00:04:12: und deswegen kündige ich jetzt und das habe ich dann auch getan und das war für viele menschen die das von außen beobachtet haben irgendwie ein komischer move weil die das nicht verstanden haben so was macht die denn?
00:04:24: jetzt kündigt diesen traumjob für nachhaltigkeit das wort was du vorhin schon als zu recht sehr groß beschrieben hast Und irgendwie so eine Sinnkrise, aber das war es ja nicht, sondern es war tatsächlich einfach, ich wollte mich anderen Themen widmen und eben konkret der Frage, wie können wir Unsere Lebensgrundlagen sichern, und zwar nicht nur für uns als jetzt Erwachsene, sondern vor allen Dingen auch für die zukünftigen Generationen.
00:04:55: Und insofern spielt da natürlich dann auch wieder die Geburt unseres Sohnes.
00:04:59: Zwei Tausend Elf eine wichtige Rolle, weil du dann natürlich ins Nachdenken kommst.
00:05:04: Was hinterlässt du denn eigentlich denjenigen, die dann später auf die Welt kommen?
00:05:09: Und das ist natürlich einfach eine sehr umfassende Frage gewesen.
00:05:13: Ja, witzig, dass du sagst,
00:05:15: Sinnkrise irgendwie für viele, weil es gibt ja eigentlich kaum etwas Sinnstiftenderes als dieses Thema, wie welchen ökologischen Fußabdruck setzt man und was kann ich tun, damit die Zukunft irgendwie ein bisschen besser gestaltet werden kann.
00:05:32: Jetzt nennst du dich Green Janine, trittst als grüne Speakerin auf und hast mit der Initiative Future Woman ein Netzwerk von Frauen aufgebaut, die ebenfalls Expertinnen für Nachhaltigkeitsthemen sind.
00:05:44: Also das klingt ja alles erstmal nach dieser absoluten, sinnstiftenden Erfüllung.
00:05:48: Wie fühlt sich dein Leben jetzt an, dein berufliches Ich?
00:05:52: Also es ist insofern total großartig, weil ich einfach permanent durch die vielen tollen Menschen, die ich treffe, die am selben Thema arbeiten und die auch trotz aller verzweifelten Momente, die wir alle zwischendurch haben.
00:06:07: trotzdem total positiv in die Zukunft blicken und lösungsorientiert vor allen Dingen.
00:06:12: Also ich bin halt einfach wirklich umgeben von Menschen, die auch wenn ich mal so ein Verzweiflungsmoment habe, die ich im Grunde alle kontaktieren kann und mir wieder so ein so ein Boost abholen kann und einfach denke ich bin ja nicht alleine und da sind schon noch eine ganze Menge Menschen da draußen, die verstanden haben, dass wir nicht weitermachen können wie gehabt, sondern dass wir dringend Lösungen finden müssen und ziemlich viele Dinge überdenken müssen und in der Zukunft anders machen müssen.
00:06:39: Und das ist tatsächlich einfach wahnsinnig erfüllend.
00:06:42: Es ist auf eine ganz andere Art und Weise erfüllend als damals meine Arbeit bei Explosiv, weil das war einfach schlichtweg toll, dass ich meinen Traumjob machen konnte und die Menschen auch... informieren, unterhalten konnte und das war auch großartig.
00:06:57: Aber jetzt ist es tatsächlich so, wirklich an großen Lösungen zu arbeiten und das mit ganz vielen inspirierenden Menschen und das macht wirklich sehr, sehr großen Spaß.
00:07:08: Das hört man.
00:07:09: die an, finde ich.
00:07:10: Und da würde ich ganz gerne, bevor ich noch weitergehe und meine Fragenliste hier sozusagen abarbeite, einmal ganz gerne einhaken, weil das ja vielleicht auch für Familien auch so ein wichtiges Thema ist.
00:07:23: Wie bringe ich das rüber?
00:07:24: Ich habe ja mit Birgit Lange-Bartels auch da schon drüber gesprochen, mit der Psychologin, die ja auch gesagt hat, na ja, Kinder kriegen das sowieso mit auf jeden Fall.
00:07:33: Das ist, dass die Welt brennt sozusagen.
00:07:36: Jetzt frage ich mich nach dem, was du gerade gesagt hast, ist es nicht auch irgendwie so ein Thema, dass die Menschen, ich sag jetzt mal, vielleicht pessimistisch geworden sind, was dieses Thema angeht, weil du sagst, es tut total gut, wenn man mit anderen Expertinnen darüber spricht, die trotzdem versuchen, lösungsorientiert zu bleiben dabei.
00:07:56: Und trotzdem irgendwie das Licht so ein bisschen am Ende des Tunnels sehen oder das Licht am Horizont sehen.
00:08:02: Müssen wir da positiver werden bei dem Thema?
00:08:05: Ja, das müssen wir auf jeden Fall.
00:08:07: Und du hast natürlich völlig recht.
00:08:09: Also das ist sicherlich eine Krise, die Klimakrise, die dazu beiträgt, dass die Menschen insgesamt negativ in die Zukunft blicken und nicht nur frustriert sind, sondern auch Angst haben.
00:08:19: Wir sprechen ja auch gerne, oder Expertinnen und Experten sprechen an der Stelle auch von wirklicher Klimaangst, die auch von vielen Therapeuten und Therapeuten wirklich behandelt wird.
00:08:30: Und das ist ein ganz, ganz großes Thema, gerade auch bei jungen Menschen, bei Kindern.
00:08:35: aber auch bei Heranwachsenden und letztendlich dann auch jungen Menschen.
00:08:40: Ich merke das auch.
00:08:41: Ich bin seit einiger Zeit auch Direktorin einer Hochschule für nachhaltiges Design bzw.
00:08:47: Nachhaltigkeit und Design.
00:08:49: Das heißt, ich bin mit diesen ganzen jungen Menschen natürlich auch täglich im Austausch, im Kontakt.
00:08:55: Und die sind schon sehr belastet einfach mit unterschiedlichen Themen.
00:08:59: Die Klimakrise kommt da ja sozusagen auf den ganzen Mist noch mit oben drauf.
00:09:04: Und auch an der Stelle ist es halt total gut, dass wir an der Hochschule eben auch entsprechend an Lösungen arbeiten.
00:09:13: Zusammen in Kooperation auch mit vielen Unternehmen oder auch weiteren Organisationen.
00:09:20: Das ist auch der richtige Ansatz für Familien, dass du in die Selbstwirksamkeit kommst.
00:09:27: Das ist im Grunde das Einzige, was hilft gegen so ein Verzweiflungsgefühl auch oder gegen so eine Angst.
00:09:33: Weil man schnell natürlich auch so überfordert ist, bei den zahlreichen Krisen und schlechten Nachrichten, die da so auf uns einprasseln jeden Tag, dann sitzt man irgendwann wie so ein Kaninchen vom Fuchsbau und hat einfach nur noch Angst und ist noch nicht mal in der Lage wegzurennen, sondern hat einfach ... Und deswegen ist halt alles wichtig, sich genau anzugucken, wie wir in Aktion kommen können.
00:09:59: Und in dem Moment ist halt auch alles, was ich vielleicht in der Familie ... bespreche oder auch ausprobiere, wenn man gemeinsame Experimente schafft, wie können wir jetzt mal ein bisschen den Abfall reduzieren oder wie können wir vielleicht anders unsere Mobilität machen, können wir mehr Fahrrad fahren anstatt Auto, öffentlichem Personennahverkehr nutzen oder was auch immer.
00:10:23: Du merkst in dem Moment einfach, okay, ich bin nicht ohnmächtig, sondern ich kann was tun.
00:10:29: Also die Frage, ob du dann damit wirklich Final, was Großes bewirken kann, die würde ich an der Stelle zurückstellen, weil das ist ja der falsche Ansatz, weil wenn viele kleine Dinge passieren und viele Menschen viele kleine Dinge machen, ist das einfach sehr, sehr viel mehr wert, als wenn einzelne Personen vermeintlich perfekt daherkommen, wenn wir mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit uns das angucken.
00:10:57: Also zum einen sage ich immer, was soll das sein?
00:10:59: Perfekt, also niemand ist an irgendeiner Stelle perfekt.
00:11:03: Im Grunde auch bumslangweilig, also ich finde Perfektion ziemlich langweilig.
00:11:08: Aber es ist so viel mehr damit gewonnen, wenn wir halt alle kleine Schritte gehen.
00:11:14: Und im Übrigen glaube ich, dass wir in einer so stark sich verändernen Welt leben, dass wir in dem Moment, wo wir Kleinigkeiten bei uns im Alltag verändern, einfach auch besser vorbereitet sind, dass wir so ein Trainingscamp vorbereitet sind für die großen Veränderungen, die da draußen so oder so kommen.
00:11:33: Also die kommen natürlich zahlreich auf uns zu.
00:11:36: Zum einen tatsächlich durch die Klimakrise.
00:11:38: Unser Leben wird sich verändern.
00:11:40: Wir werden uns anpassen müssen, an viele neue Bedingungen.
00:11:45: Gleichzeitig gehen Geschäftsmodelle den Bach runter, weil sie so, wie sie bislang funktioniert haben, einfach nicht mehr funktionieren.
00:11:53: Das hat natürlich dann auch ganz viel damit zu tun, wie sehen Berufe, da bin ich wieder bei den jungen Menschen, Berufe der Zukunft aus, Und was kann ich da auch wirklich sinnvoll gestalten?
00:12:02: Und insofern hängt alles miteinander zusammen.
00:12:06: Das ist ja auch immer so eine Erkenntnis, die einen teilweise ganz wahnsinnig machen kann, dass das auch alles so wahnsinnig komplex ist, weil eben alles mit allem zusammenhängt.
00:12:14: Gerade um aus dieser Komplexität rauszukommen und aus dieser Erstarrung, oh Gott, ich kann eh nichts tun und ich kann nicht irgendwas beisteuern, was wirklich Sinn macht.
00:12:25: Deswegen genau mit den Kleinigkeiten anfangen, weil man dann merken wird, okay, das tut mir einfach gut.
00:12:32: Das tut mir gut, dass ich in die Handlung gekommen bin, dass ich auch gerne mit anderen darüber spreche, ob das jetzt die Familie ist oder ob das Kolleginnen und Kollegen, Freunde sind.
00:12:43: Das kann jede Person sein, die ... vielleicht auch noch gar nicht so weit sind, selber in Aktion zu treten.
00:12:51: Aber gemeinsam macht es schon einfach mehr Spaß.
00:12:56: Aber grundsätzlich ist es auch so, was ja nie funktioniert, das wissen wir ja auch, so dieser berühmte erhobene Zeigefinger.
00:13:02: Man darf nicht versuchen, die anderen zu belehren oder zu sagen, guck mal, ich hab jetzt das und das hier irgendwie gemacht und angefangen und das ist total sinnvoll.
00:13:11: Macht das doch auch mal, sondern meine Erfahrung aus meiner persönlichen Veränderung.
00:13:17: ist letztendlich, dass ich immer gewartet habe, bis ich gefragt wurde.
00:13:21: Also ich hab viel geändert und das war letztendlich dann auch so, dass die Menschen das ja einfach gesehen haben.
00:13:25: Also wenn ich zum Beispiel mein Auto abgeschafft habe und nur noch mein Fahrrad unterwegs war, dann hat man das ja offensichtlich bemerkt.
00:13:32: Und dann hat man mich irgendwann gefragt, wie läuft das denn so und ist das überhaupt praktikabel etc.
00:13:38: Und dann war so ein Interesse da.
00:13:39: Aber was nicht funktioniert, ist halt da draußen rumzulaufen und zu sagen, jetzt hier macht mal alle was.
00:13:45: Da müssen die ein Stück weit selber drauf kommen.
00:13:47: Aber es entsteht wirklich ein großes Glücksgefühl und das hilft uns dann aus dieser Hoffnungslosigkeit raus und aus dieser Angst, wenn man einfach in Aktion kommt.
00:14:01: Du hast ja auch ein Buch geschrieben, Going Green, warum man nicht perfekt sein muss, um das Klima zu schützen.
00:14:07: Das hast du gerade eben auch schon gesagt, dass das im Grunde genommen ja auch fast schon kaum möglich ist, perfekt zu sein.
00:14:13: Weil je tiefer man bei diesem Nachhaltigkeitsthema gräbt, desto mehr merkt man... Du hast überall Themen, wo du ansetzen könntest.
00:14:22: Aber du sagst darin auch, es sind die kleinen Schritte am Ende des Tages.
00:14:27: Erst mal anzufangen.
00:14:28: und ich glaube auch, dass dieser Perspektivwechsel, den du gerade angesprochen hast, dass man sagt, okay ... Ah, man hat die Selbstwirksamkeit, was ja auch schon Motivator ist, also nicht zu sagen irgendwie, ich kann eh nichts machen, sondern die kleinen Steps sind es am Ende, so als Take-away, sag ich jetzt mal für mich irgendwie aus dem, was du gerade gesagt hast, ist das vielleicht etwas, also Selbstwirksamkeit und eben auch Selbstbestimmung, ne?
00:14:52: Also ich krieg das nicht von außen aufgedrückt, sondern wenn ich das mache, hab ich ein besseres Gefühl, ja?
00:14:58: Also wenn wir jetzt mal so was Großes nehmen, wie ich schaffe mein Auto ab und fahre nur noch Fahrrad, dann ist es vielleicht, wenn jemand von außen kommt und sagt, Es wäre eigentlich besser, wenn du Fahrrad fahren würdest, für das Klima.
00:15:08: Dann hat man da vielleicht weniger Bock drauf, als wenn man selber sagt, das ist meine eigene Entscheidung.
00:15:12: Und ich mach das jetzt.
00:15:14: Und spätestens, wenn ich dann auf dem Fahrrad sitze, fühle ich mich gut.
00:15:17: Es ist wie beim Sport machen.
00:15:19: Irgendwie ist ein bisschen den Schweinehund überwinden.
00:15:22: Und das halt machen.
00:15:23: Und dann merkt man, ich fühle mich gut dabei.
00:15:27: Es gibt einem vielleicht selbst irgendwie so ein Glücksgefühl.
00:15:29: Wenn ich das so ein bisschen raushöre bei dir ... Ist es vielleicht das, oder?
00:15:33: Dass man sagt, ich, wenn ich das mache, tut es mir auch gut.
00:15:40: Nicht nur der Umwelt, sondern es tut auch mir gut.
00:15:42: Ist natürlich ein bisschen egoistischer Ansatz.
00:15:46: Ist das ja auch schon
00:15:47: irgendwie ein Motivator?
00:15:50: Ja und vor allen Dingen, also da bin ich auch dabei, alles was hilft.
00:15:53: Also ich finde, wir sollten da gar nicht bewerten, ist das jetzt egoistisch oder nicht, sondern alles was hilft.
00:15:58: Also viele fahren ja auch den Ansatz, was ist halt gut, nicht nur für meine seelische Gesundheit, sondern grundsätzlich auch Was ist einfach gut für meine körperliche Gesundheit?
00:16:08: Und man sieht das sehr schön zum Beispiel an der Planetary Health Diet.
00:16:13: Das ist ein Konzept, wo man sagt, okay, das ist halt sowohl gut für die Menschen als auch eben für den Planeten, wenn wir zum Beispiel Empfehlungen haben, deutlich den Fleischkonsum zu reduzieren.
00:16:25: Da geht es ja auch gar nicht darum, das komplett zu lassen, aber zu reduzieren.
00:16:29: Und da ist es nachweislich so, dass das ein Konzept ist, was eben sowohl für uns persönlich, zuträglich ist für unsere Gesundheit, als auch für die Gesundheit des Planeten.
00:16:39: Und dann wird halt eine Win-win-Situation für alle draus.
00:16:42: Und ich finde immer, also die Motivation, die man selber braucht, also take whatever you want.
00:16:48: Also ich will das überhaupt nicht bewerten und beurteilen.
00:16:53: Einfach, es ist nur wichtig, dass wir es halt tun und ins Handeln kommen.
00:16:57: Und wir brauchen natürlich auch die Expert ... und die Unterstützung von tollen Menschen, die uns auch an der Stelle so ein bisschen den Weg weisen.
00:17:08: Weil ich habe jetzt zum Beispiel vorhin das Thema weniger Verpackungen angesprochen.
00:17:13: Da ist aber zum Beispiel die Kernaufgabe eigentlich, liegt auf der einen Seite bei der Industrie und auch ein Stück weit natürlich in der Aufklärung, wie können wir Verpackung so gestalten, dass wir sie entsprechend wieder in den Kreislauf zurückführen?
00:17:28: und dann ist unsere Aufgabe sozusagen das richtig zu trennen.
00:17:31: Es ist aber, wenn man das einfach nur durchrechnet, weil Nachhaltigkeit und Klimabilanzen, das ist ja was, was du einfach sehr klar rechnen kannst, also Expertinnen und Experten können das auf jeden Fall.
00:17:44: Und es ist nicht automatisch irgendwie sinnvoller, zu sagen, ich kaufe jetzt nur noch unverpackt ein.
00:17:51: Also unterhalts zu sagen, ich lebe mit möglichst wenig Verpackung, sondern es geht darum, dass wir die Verpackungen, die wir haben und die ja auch Sinn machen, weil ansonsten wieder Lebensmittelverschwendung ein größeres Thema wäre zum Beispiel, weil die Nahrungsmittel nicht mehr so geschützt sind, je nachdem, wo sie gerade herkommen auf der Welt.
00:18:11: Und insofern müssen wir uns auch immer sehr bewusst machen, was macht halt wirklich Sinn, damit man die Energien auch nicht irgendwo an der falschen Stelle verschwendet.
00:18:20: Und dafür gibt es ja tolle Expertinnen und Experten und es gibt vieles dazu nachzulesen, auch im Internet teilweise auch in meinem Buch.
00:18:31: Aber das ist halt wirklich irgendwie so ein wichtiger Punkt.
00:18:35: Aber auch da würde ich halt sagen, okay, wenn jemand jetzt totale Ambitionen hat, verpackungsfrei zu leben, dann ist das natürlich auch was, was erstmal der Selbstwirksamkeit hilft.
00:18:46: Und dann will ich auch das natürlich nicht schlechtreden.
00:18:49: Ich will damit nur sagen, wir müssen vor allen Dingen ins Handeln kommen.
00:18:54: Und was auch immer dazu uns bringt, in die Veränderung zu gehen, Da wäre ich jetzt erst mal völlig frei von Bewertungen oder in der Entscheidung, weil ich sage immer, dass, was euch am leichtesten fällt, damit solltet ihr halt anfangen.
00:19:10: Also, damit ihr einfach mal so einen Einstieg bekommt.
00:19:12: Ich habe das eine Weile immer so beschrieben mit, stellt euch vor, euer Leben ist halt ein großes Haus und es gibt unterschiedliche Eingänge.
00:19:21: Und die haben unterschiedliche Hürden.
00:19:23: Also, manche haben ganz viele Stufen und andere sind ebenerdig.
00:19:27: Und Suche ... nach dem Eingang, der ebenerdig ist.
00:19:31: Also der, der es dir am leichtesten macht.
00:19:33: Für manche ist es tatsächlich, vielleicht sogar in Schritt eins, die Abschaffung des eigenen Autos, weil man festgestellt hat, ich nutze es gar nicht.
00:19:41: Ich suche eigentlich jedes Mal, wenn ich es geparkt habe und nach einer Woche wieder brauche, suche ich eigentlich, wo es steht, weil ich es halt so lange überhaupt nicht wahrgenommen habe, dass ich eins habe.
00:19:51: Und dann kann ich mir natürlich die Frage stellen, okay, was würde ich alles an Kosten sparen, wenn ich vielleicht umsteige und nur ab und zu Carsharing nutze oder was auch immer oder ÖPNV oder Fahrrad.
00:20:02: Also das kann für manche tatsächlich der erste Schritt sein.
00:20:05: Für andere ist es aber vielleicht tatsächlich der Klassiker sozusagen, wenn jemand viel Coffee to go oder auch Tea to go trinkt und bislang ein Einwegbecher benutzt hat.
00:20:17: da vielleicht umzusteigen und ein Mehrwegbecher dabei zu haben.
00:20:21: Und auch da haben wir natürlich infrastrukturell immer noch Hürden.
00:20:23: Also wenn man nicht den eigenen Becher mitbringt, dann ist das jetzt immer noch nicht so cool mit dem Rückgabesystem.
00:20:29: Also da muss natürlich infrastrukturell auch ganz viel geleistet werden.
00:20:33: Aber desto stärker die Nachfrage auch wird nach besserer Infrastruktur, desto größer und lauter wird der Ruf letztendlich danach.
00:20:43: und dann erhöhen wir natürlich auch den Druck auf politische regulatorische Entscheidungen etc.
00:20:51: Das sehen wir beispielsweise bei der Bahn, also da ist jetzt natürlich irgendwie noch nicht so viel passiert, aber der Druck ist natürlich einfach enorm hoch und den gilt es halt aufrecht zu erhalten.
00:21:03: Ja, und da werden wir ja auch bei dem Thema Konsum, also dass man eben auch durch seinen eigenen Konsum ja auch eine Feinstörung vornimmt der Wirtschaft.
00:21:13: und ja, wie groß das Thema Nachhaltigkeit behandelt wird dort.
00:21:18: Absolut, ja.
00:21:19: Es ist halt sozusagen diese alte Weisheit, wir entscheiden mit unseren Kaufentscheidungen und mit unserem Portemonnaie sozusagen auch ein Stück weit das was da draußen passiert, was in der Wirtschaft passiert.
00:21:33: Auf der anderen Seite sind da natürlich auch viele Menschen, müssen halt natürlich völlig zu Recht sehr aufs Geld schauen oder wollen das auch.
00:21:42: einfach.
00:21:43: in den Zeiten, in denen wir uns bewegen, gibt das natürlich auch ein Stück Gefühl von Sicherheit, wenn ich meine Kröten sozusagen bei Samen halte.
00:21:51: Und andere haben auch gar nicht die Möglichkeit darüber nachzudenken, ob sie vielleicht mehr Geld für irgendwas ausgeben wollen.
00:21:57: Und insofern, Nachhaltigkeit muss natürlich auch von den Strukturen her.
00:22:03: einfach irgendwann das neue Normalsein.
00:22:05: Also ich muss irgendwann nicht mehr permanent Entscheidungen treffen.
00:22:09: Hoffentlich in der Zukunft am Regal und mir sämtliche Dinge durchlesen und dann überlegen nach welchem Siegel, nach welchem Slogan entscheide ich mich jetzt, sondern hoffentlich können wir einfach dann in der Zukunft großflächig vertrauen.
00:22:24: Aber nichts ist so trotz.
00:22:27: haben wir natürlich auch ein Stück weit eigene Verantwortung.
00:22:29: Also Sven Plöger sagt das immer so schön, das mag ich sehr, wenn man sich überlegt bei der Revolution damals, bevor die DDR sozusagen zu Ende gegangen ist.
00:22:42: Wenn jeder gesagt hätte, der dann bei den Demonstrationen war, ach ja komm, also das machen schon die anderen.
00:22:49: oder wenn keiner hingeht, dann ist es halt so, ich raff mich jetzt auf jeden Fall nicht auf.
00:22:54: Dann wäre nichts passiert.
00:22:56: Und das finde ich einen sehr, sehr schönen Vergleich und zeigt eben auch, was die Veränderung von vielen oder der Veränderungswille von vielen bewirken kann.
00:23:05: Und daran halte ich mich auch immer so ein Stück weit fest und vor allen Dingen positiv über die Themen reden und über die Veränderung auch reden.
00:23:16: Das ist auch das, was ich immer versuche, auch klar zu machen, dass ich Veränderung die ich gerade auch im Bereich von Nachhaltigkeit in meinem privaten, aber auch beruflichen Leben gemacht habe, immer als positiv empfunden habe, im Ergebnis.
00:23:35: Also es hat mir immer was gegeben und mein Leben ist dadurch besser geworden.
00:23:39: Und es gibt natürlich auch Bereiche, wo das nicht funktioniert hat.
00:23:45: Dann habe ich gesagt, dann ist das Angebot noch nicht gut genug, dann muss ich da so ein Mittelweg finden.
00:23:52: Nehmen wir jetzt mal das Thema Kleidung.
00:23:54: Da ist es zum Beispiel ganz konkret.
00:23:57: Ich kaufe tatsächlich nicht viel neue Kleidung.
00:24:00: Das ist mein Kompromiss, dass ich auch da sehr klassisch unterwegs bin an der Stelle und deswegen auch viele Sachen sehr, sehr lange einfach tragen kann, wenn das Gewicht nicht scheint.
00:24:09: Das muss man auch immer dazu sagen.
00:24:12: Aber ganz grundsätzlich bin ich da eher so klassisch unterwegs.
00:24:17: Und es ist aber so, dass zum Beispiel in der nachhaltigen Mode viele, ich sag mal so, Hosenanzüge oder Sachen, die ich auch gerne so für die Bühne nutze, Die sind einfach, finde ich, noch nicht so cool, wie ich mir die vorstelle.
00:24:34: Und das geht ehrlich gesagt bei Schulterpolstern beispielsweise los.
00:24:38: Das sind jetzt alles so sehr individuelle Beispiele oder wie ich darauf blicke, aber deswegen... setze ich dann an der Stelle eher darauf zu sagen, okay, ich kaufe weniger.
00:24:48: Ich erfahre natürlich auch viel über die Marken, die ich dann kaufe, weil ich mich darüber informiere oder auch, weil ich vielleicht sogar mit denen an irgendeiner Stelle dann zusammen arbeite mal für eine Moderation oder einen Vortrag.
00:25:03: Und ich weiß natürlich auch, dass die ganzen konventionellen Unternehmen, also nicht die ganzen, nicht alle natürlich, aber sehr, sehr viele große Unternehmen, auch denen, denen man oft nur schlechtes unterstellt, massiv und zwar schon seit Jahren, teilweise seit zwanzig Jahren und irgendwie bekommt es keiner mit so ungefähr, massiv an dem Thema Nachhaltigkeit arbeiten.
00:25:23: und selbst jetzt auch internationale Konzerne, die unter der Trump-Ära durchaus sagen könnten, okay, wir verändern da was, aus Sorge um den Umsatz.
00:25:37: Die sagen mir aber im Grunde, okay, wir prosauen das vielleicht nicht mehr so raus oder wir nennen es vielleicht ein bisschen anders, aber wir machen weiter.
00:25:45: Und das finde ich auch eine wichtige Erkenntnis.
00:25:48: Ich habe es gerade mal rausgesucht, weil ich diesen Spruch immer so teufern von Vivian Westwood kennst du den zufällig, wie sie gesagt hat, kauft weniger, wählt sorgfältiger aus, sorgt dafür, dass es lange hält.
00:26:04: Ja, und vor diesem Hintergrund machen zum Beispiel auch komplett nachhaltige Marken natürlich ganz, ganz vieles richtig und bieten inzwischen ja zahlreich auch Reparaturservices an oder auch Rücknahmesysteme, wo man halt einfach sagt, okay, ich mein, jetzt ist der Fashionbereich echt nochmal so ein Painpoint.
00:26:23: Also das ist wirklich eine der schmutzigsten Industrien und das ganze Thema Fast Fashion ist natürlich völlig absurd, was wir da auf dem Markt werfen.
00:26:34: Also man könnte die gesamte Menschheit dreißig Jahre lang einkleiden mit dem, was schon da ist.
00:26:40: Und es kommt halt im Grunde jeden Tag was Neues dazu.
00:26:45: Und das ist natürlich ein Stück weit völlig absurd und da haben wir sicherlich alle auch ein Stück weit die Aufgabe dem entgegenzuwirken und den Wahnsinn auch ein Stück weit einfach nicht mitzumachen.
00:26:59: Aber gleichzeitig kann man eben so ein Mittelweg, glaube ich, finden, indem man halt ein bisschen reduzierter kauft, dann vielleicht auch ein bisschen hochwertiger, weil man insgesamt halt weniger kauft, kann man in die Langlebigkeit an der Stelle vielleicht auch investieren und es dann halt tatsächlich einfach gut pflegt und im Zweifel auch repariert oder reparieren lässt.
00:27:22: Und das sind tolle Angebote, die aber auch dann teilweise von den Pionieren und Pionieren.
00:27:29: Das Modemarkt ist beispielsweise aber auch in anderen Bereichen natürlich auch in die konventionellen Unternehmen einzughalten.
00:27:37: Und das ist halt eine tolle Entwicklung und zeigt halt einfach auch, wenn dann plötzlich also so ein konventioneller Player sagt im Modebereich, das ist eine super Idee mit diesem Reparaturservice.
00:27:48: Das machen wir jetzt auch im großen Stil.
00:27:50: Dann ist die Hebelwirkung an der Stelle, also den Einfluss, den man dann wirklich auf das große Ganze haben kann, natürlich ungleich größer.
00:27:58: Und insofern gilt es solche Systeme, absolut zu unterstützen und solche Ideen.
00:28:04: Und da sehen wir aber auch, dass das immer mehr eben auch so rüber schwappt.
00:28:09: Und deswegen sind auf der einen Seite die vielen Pionierinnen und Pioniere, die es überall in unterschiedlichen Branchen gibt, maximal wichtig.
00:28:18: Und sind es natürlich auch bis heute.
00:28:20: Und das ziehen ja auch viele Start-ups nach, die sich wirklich mit tollen Ideen da auf die Reise machen.
00:28:27: Und zunehmend sehen wir aber eben auch, dass die großen Unternehmen oder die konventionellen Unternehmen sich davon auch absolut beeinflussen lassen und inspirieren lassen, auch weil ihnen eben aufgrund von Klimaveränderungen die Geschäftsmodelle schlichtweg wegbrechen.
00:28:46: Also sie sind gezwungen, sich darum zu kümmern.
00:28:49: Und das ist halt auch wirklich eine wichtige Erkenntnis.
00:28:54: Und um bei dem Themenbereich Familie zu bleiben, was ich auch immer wieder erstaunlich finde, wie gut das funktioniert.
00:29:01: Es gibt ja nahezu überall in Deutschland in fast jeder Gemeinde, in jeder Kommune immer mal wieder so Kinderflohmärkte, wo man eben auch wirklich super Klamotten zu ganz tollen Steppchen irgendwie schießen kann.
00:29:15: Richtig gute Sachen noch, weil ich meine, klar, Kinder tragen ja auch die Kinderklamotten nicht allzu lang logischerweise, weil sie schnell rauswachsen.
00:29:22: Insofern ist das auf auf jeden Fall auch immer, glaube ich, eine gute Sache, um da auch nachhaltig noch mal unterwegs zu sein.
00:29:27: Ja,
00:29:28: auch dieses ganze Thema Sharing, das macht natürlich alles total Sinn oder Dinge auch einfach nur zu mieten, auch bei Unternehmen, aber eben auch in der Nachbarschaft.
00:29:37: Also das funktioniert ja wunderbar.
00:29:40: Wir haben ja auch in unserer Nachbarschaft unterschiedlichste Dinge, die wir anbieten.
00:29:44: Also wir haben auch so eine App für so einen Flohmarkt, der quasi dauerhaft existiert.
00:29:49: Das ist auch sehr, sehr schön.
00:29:51: Und gleichzeitig habe ich aber auch so ein paar Dinge und andere haben das auch getan, wie beispielsweise unsere Bohrmaschine immer angeboten und gesagt, wir haben da so eine Tolle, ich will jetzt keine Marken nennen, aber so das Beste, was man unter den Bohrmaschinen so bekommen kann, was eigentlich nur Handwerkerinnen und Handwerker haben.
00:30:10: Und das biete ich hier immer an und sage halt auch Leute, eine Bohrmaschine, das ist nämlich total krass, ne, eine Bohrmaschine.
00:30:18: hat eine, die läuft in ihrer Lebensdauer drei Minuten.
00:30:23: So, jetzt überleg dir mal, wenn wir alle eine Bohrmaschine haben, was wir irgendwie so gerade im ländlichen Raum eigentlich zur Grundausstattung gehört, anstatt das Zitalen, was das für ein Wahnsinn ist.
00:30:34: Und da gibt es natürlich auch schon tolle Angebote, dass du auch in so wie in diesen Postboxen, dass du halt irgendwie Werkzeug ausleihen kannst.
00:30:44: Aber du kannst ja erstmal ganz banal in der Nachbarschaft.
00:30:47: Wir haben zum Beispiel auch so eine mini kleine Tischtennisplatte, die ich sehr liebe, die ich auch immer zum Verleihen anbiete.
00:30:55: Also natürlich umsonst ist ja für mich klar, aber das macht alles keinen Sinn irgendwie, dass jeder Familie alles besitzt und wir ja immer bedenken müssen, das muss ja alles produziert werden und dann steht demgegenüber nachher eine Nutzungsdauer von drei Minuten, während diese Bohrmaschine halt irgendwie existiert, sozusagen, bevor sie jetzt sorgt wird.
00:31:19: Und das ist natürlich echt krank.
00:31:21: Und über solche Dinge müssen wir uns irgendwie klar machen.
00:31:23: Und da ist es dann auch wieder total wertvoll, wenn wir auch in den Schulen zum Beispiel genauer solche Informationen mit Kindern, mit jungen Menschen besprechen, also sowohl in der Familie, aber natürlich auch in der Schule.
00:31:37: Und das ist ja total toll, weil wir da ja schon auch die Gedanken der Kinder in die Richtung bringen, dass wir sagen, ey, guck mal, das scheint doch irgendwie total absurd, was wir uns da irgendwann mal überlegt haben.
00:31:51: Lass uns mal total anders darüber nachdenken.
00:31:54: Und wie könnte man das denn?
00:31:55: Also im Grunde kannst du ja schon in der Grundschule anfangen, neue Geschäftsmodelle zu durchdenken oder zu entwickeln, weil das Tolle an Kindern und Jugendlichen und auch jungen Menschen ist ja, dass die einfach noch nicht so verkauft sind.
00:32:11: Also denen hat man nicht während eines gesamten Berufslebens schon eingeredet.
00:32:15: Ja, das funktioniert sowieso alles nicht.
00:32:16: Das haben wir schon mal ausprobiert und das lief nicht.
00:32:19: Wir haben das schon immer so gemacht.
00:32:20: Wir haben
00:32:20: das schon immer so gemacht und machen wir jetzt auch nicht anders nur, weil du glaubst, dass das blöd ist.
00:32:26: eigentlich diesen kindlichen Ansatz, der wird so relevant sein in der Zukunft, weil wir gar nicht anders können.
00:32:33: Also ich bin umzingelt von Menschen, die mit mir reden, dass ihr Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert.
00:32:40: Also nehmen wir mal, ich nenne jetzt natürlich auch hier keinen Namen, aber jemand, der zum Beispiel so Textmarker herstellt.
00:32:47: Jemand, der Papier herstellt und wir von beiden zum Beispiel in der Zukunft einfach viel weniger brauchen werden.
00:32:54: Was macht denn so ein Unternehmen mit dem Geschäftsmodell?
00:32:57: Also da müssen wir doch total mit offenem Kopf irgendwie ran gehen und uns überlegen, wofür könnte das denn in der Zukunft noch wichtig sein?
00:33:06: oder was kann man drum herum an Wert entwickeln?
00:33:11: und wie kann ein Geschäftsmodell der Zukunft aussehen?
00:33:13: oder kann es vielleicht komplett weg und man muss sich komplett auf andere Themen fokussieren?
00:33:18: und damit Kindern auch drüber nachzudenken ist maximal wertvoll.
00:33:23: deswegen und es ist auch das wäre für mich halt auch so die bildung der zukunft das wäre wirklich den raum dafür geben nicht mehr einfach nur, ich meine, da reden wir ganz viel darüber in unserer Gesellschaft, einfach nur Dinge einzubläuen, die dann auswendig gelernt werden und abrufbar sind für einen gewissen Zeitraum, meistens eine sehr kurze Dauer, sondern wir müssen ja den Menschen beibringen.
00:33:50: Wie kann ich mit Krisen umgehen?
00:33:52: Wie komme ich ins kritische Denken?
00:33:55: Wie komme ich in die Kollaboration?
00:33:57: Also wie kann ich gemeinsam mit anderen Lösungen finden?
00:34:02: Wie kommuniziere ich die?
00:34:04: Und letztendlich, was braucht es dafür und welche Kreativität braucht es, um das einfach mal ganz anders zu denken.
00:34:16: Und deswegen, und das sowohl zu Hause in den Familien zu unterstützen, als auch in den Schulen vor allen Dingen oder auch später dann den Hochschulen.
00:34:29: Das, finde ich, muss die Zukunft sein, weil sonst kommen wir mit unseren ganzen Problemen, die wir haben, definitiv nicht zu Rande.
00:34:38: Und da bist du ja auch als Direktorin bei der Kölner Hochschule für nachhaltiges Design ja auch irgendwie mittendrin, also in diesem spannenden Entwicklungsfeld.
00:34:48: Absolut, ja.
00:34:49: Und ich spreche gerade mit ganz vielen Menschen auch, wie muss das ... Studium der Zukunft aussehen.
00:34:54: Also, wie gehen wir auch da mit einem neuen Ansatz ran und wie können wir auch das neu denken?
00:35:01: Und das müssen wir.
00:35:02: Gibt es noch irgendetwas, was dir noch persönlich wichtig ist, zu dem Thema zu sagen?
00:35:07: Ja, unbedingt.
00:35:08: Und zwar, ich habe ja selber einen Sohn, habe ich ja schon erzählt.
00:35:12: Der ist jetzt im Teenager-Alter, vierzehn, und der war aber noch nie jetzt total begeistert von dem Thema, was mich so umtreibt.
00:35:20: Und da muss man natürlich auch ehrlich sein, an der Stelle ist es ja nicht so, dass alle Kinder jetzt da auch so richtig ran wollen.
00:35:28: Deswegen auch da muss man, glaube ich, akzeptieren, dass man zwar etwas vorleben kann.
00:35:33: Aber wenn es um die Veränderung geht, dann glaube ich, ist ganz, ganz wichtig, so wie wir das vorhin auch besprochen haben, was der Grund dafür ist, dass die da Lust drauf haben, sich vielleicht auch zu bewegen und was zu verändern.
00:35:46: Und damit zu denken, das ist mir erstmal egal beziehungsweise wir müssen glaube ich andere Gründe finden als wenn du dir da jetzt mal Gedanken drüber machst und das vielleicht anders machst, dann rettest du damit auch den Planeten und tust was gegen die Klimakrise.
00:36:02: Das ist natürlich maximal abstrakt für Kinder und hilft glaube ich auch nicht weiter, sondern wir müssen andere andere zu schaffen.
00:36:09: und wenn es ist irgendwie damit kannst du doch die ja mehr Taschengeld sparen oder keine Ahnung.
00:36:16: Also man kann durchaus auch über das Finanzielle, über das gesundheitliche, über Anerkennung, die man von irgendwo her bekommt.
00:36:26: Also wir sind ja alle immer auf der Suche nach Anerkennung.
00:36:30: Und ich glaube, das muss man auch gerade gegenüber Kindern, auch innerhalb der Familie anders kommunizieren, um sie da auch so ein bisschen zu packen und mit auf den Weg zu nehmen.
00:36:41: Und vor allen Dingen ab einem gewissen Alter die Kinder auch wirklich sehr ernst nehmen, ohne dass ich jetzt sage, dass die irgendwie alles mitbestimmen sollten.
00:36:50: Aber ich finde schon, wir haben, wir berücksichtigen viel zu wenig die Rechte und die Bedürfnisse von Kindern in unserer Gesellschaft.
00:37:00: Wir kranken auch daran, dass wir ihn selten auf Augenhöhe begegnen.
00:37:04: Und das müssen wir aber zwingend tun, weil da ganz viel Wertvolles in deren Köpfen drinsteckt.
00:37:10: Und deswegen, wir sollten den, glaube ich, anders begegnen insgesamt.
00:37:14: Also, das ist, glaube ich, nochmal so ein Hinweis, sowohl was die Familien anbelangt als auch die Schulen.
00:37:21: Das ist, glaube ich, echt wichtig, dass man selber auch so ein Stück weit das Mindset diesbezüglich verändert.
00:37:28: Das ist ein schöner Abschluss, finde ich.
00:37:31: Das können wir auf jeden Fall gerne so mitnehmen.
00:37:33: Janine, danke für deine Zeit, für deinen Input.
00:37:36: Und wenn ihr wissen möchtet, was Kinder eigentlich selbst zum Thema Nachhaltigkeit sagen und was man daraus für Schlüsse ziehen kann, dann hört gerne mal in die andere Folge zum Thema Nachhaltigkeit rein.
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