Moana Werschler & Jenny Böhme - Ernährung bei Kindern 🍏 Praxis
Shownotes
Moana Werschler / missbroccoli
Moana Werschler kommt eigentlich aus einem anderen Bereich. Sie hat Kommunikationswissenschaften, Menschenrechte, interne Kommunikation und politische Kommunikation studiert. Hat aber irgendwann ihr Hobby zum Beruf gemacht hat sich aus und weiterbilden lassen und ist jetzt ganzheitliche Ernährungsberaterin, Autorin und als Miss Broccoli Foodbloggerin. Sie gibt ihren Followern Tipps, wie sie ihre Kinder an gesundes Essen heranführen können und was man auf dem Weg vermeiden sollte.
**Jenny Böhme **/ familienkost
Jenny Böhme ist Ernährungsberaterin. Ihre Foodblogs Breirezept.de und Familienkost.de erreichen monatlich über 1,5 Millionen Seitenaufrufe. Auf Instagram folgen ihr über 280.000 Follower. Sie teilt Rezepte für den Familienalltag und zeigt, wie gesunde Küche für die ganze Familie aussehen kann.
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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen.
00:00:01: Schön, dass ihr dabei seid.
00:00:03: Wir sprechen heute über ein Thema, das so alltäglich ist, das, glaube ich, ganz viel mit guten Vorsätzen verbunden ist.
00:00:12: Manchmal im Stress aber doch Beachtung verliert.
00:00:15: Es geht um die gesunde Ernährung in der Familie.
00:00:18: Es wird eine Doppelfolge.
00:00:19: Eigentlich könnte man aus allen Themen, die wir besprechen, mindestens Doppelfolgen machen.
00:00:24: Aber auf das Thema gesunde Ernährung kann man ja aus unterschiedlichen Blickwinkeln schauen.
00:00:28: Ich sage mal, mit der wissenschaftlichen Brille, also was macht eigentlich gesunde Ernährung, was beeinflusst sie auch?
00:00:34: dazu werden wir noch kommen.
00:00:36: und wie kann gesunde Ernährung ganz praktisch gestaltet werden?
00:00:40: und darüber sprechen wir jetzt zuerst.
00:00:42: Darüber spreche ich als erstes mit einer Frau, die ich als Miss Brokoli kennengelernt habe, dahinter steckt Moana Werschler, kommt eigentlich aus einem anderen Bereich.
00:00:52: Sie hat Kommunikationswissenschaften, Menschenrechte, interne Kommunikation und politische Kommunikation.
00:00:58: studiert, hat aber irgendwann ihr Hobby zum Beruf gemacht und sich aus und weiterbilden lassen und ist jetzt ganzheitliche Ernährungsberaterin, Autorin und als Miss Brokoli Bloggerin.
00:01:13: Moana, schön, dass du dabei bist.
00:01:14: Hallo.
00:01:14: Hallo,
00:01:15: Tina.
00:01:16: Ja, ich freue mich.
00:01:17: Moana, wie alles im Leben ist ja auch die gesunde Ernährung etwas, dass man Kindern ja auch vorleben muss.
00:01:22: Und im stressigen Alltag fällt das manchmal vielleicht ein bisschen schwer.
00:01:27: Du gibst da aber Tipps, wie man eben doch gesund kochen kann und vor allem Kinder an gesunde Ernährung heranführen kann.
00:01:33: Wie bist du eigentlich genau zu diesem Thema gekommen?
00:01:35: Warum ist dir dieses Thema wichtig?
00:01:36: Ja, ich habe mich schon immer gesund ernährt.
00:01:39: Auch meine Großmutter schon, die hat mich in ihren Gemüsegarten mitgenommen.
00:01:42: Und meine Mutter war immer die, die sehr gesund, so mit Vollkorn und so gekocht hat und nie weißen Zucker.
00:01:49: So bin ich auch schon aufgewachsen.
00:01:51: Hab das ein bisschen verloren dann.
00:01:53: Aber mir war das schon immer wichtig und erst dann mein erster Sohn auf die Welt gekocht.
00:01:57: ist, wurde es nochmal richtig ein Thema und das sehe ich auch bei vielen Familien.
00:02:01: Spätestens dann, ja, schaut man nochmal, wie kann man sich jetzt optimal ernähren und will ja das Kind gesund aufwachsen sehen.
00:02:11: So bin ich eigentlich dazu gekommen und ich habe dann auch lange in der Gemüsebranche, also mit Gemüseproduzenten gearbeitet und war so schon nahe am Gemüse und das ist dann geblieben.
00:02:21: Okay, also im Grunde genommen auch so ein bisschen, ich sage mal, eigenes Interesse einfach.
00:02:26: Ja, das auch.
00:02:27: Und inzwischen natürlich auch, wir leben vegetarisch oder pflanzenbasiert, ist mir die Umwelt wichtig und die Gesundheit natürlich auch meine eigene.
00:02:36: Du gibst auf Instagram Tipps, wie Eltern ihre Kinder an gesunde Ernährung heranführen können.
00:02:42: Eine Sache habe ich da zum Beispiel gelernt und mich direkt auch ertappt gefühlt, ehrlich gesagt.
00:02:49: Das habe ich nämlich immer gemacht, dieses intensive ja fast schon Battle.
00:02:53: Also jetzt probier doch mal, nun probier doch erst mal und so.
00:02:56: Also ich habe bei dir gelernt, so besser nicht.
00:03:00: Was wären denn vielleicht so deine ... Ich sage mal so drei goldenen Regeln oder vielleicht Tipps einfach, wie man es da besser machen kann.
00:03:08: Ja genau, ich coache ja auch Familien dabei, wenn das Kind kein Gemüse ist oder wenig ist und es ist wirklich oft so dieser ganze Stress, der über diesem Essisch liegt, der von den Eltern ausgeht, aber auch das Kind ist ja dann gestresst und in der Autumiefase ist es normal, das Kind einmal Dinge ablehnen oder oft auch Gemüse.
00:03:28: Und wichtig ist, dass man da einfach ja eine Lockerheit hat und trotzdem noch Spaß am Essstisch hat und nicht dieses Essen so zentral macht oder dieses probiert doch mal.
00:03:37: Und wenn man das vielleicht einmal sagt, ist okay, aber man muss das ja nicht zehnmal während dem Essen sagen, dann vergeht einem das Essen.
00:03:44: Das ist halt so der Punkt.
00:03:45: Und ich sehe wirklich, wenn die Eltern aufhören, das zu machen, dass es besser wird.
00:03:53: immer und immer wieder wiederholt.
00:03:54: Also beispielsweise bleiben wir mal beim Brokoli, was ja in deinem Künstlernamen sage ich jetzt mal steckt.
00:04:00: Ich habe das Brokoli gekocht irgendwie für das Kind und das will es partout nicht essen und ich denke ja, aber es muss doch.
00:04:06: gesunde Ernährung ist doch wichtig und ist doch meine Verantwortung als Elternteil.
00:04:10: Was mache ich dann?
00:04:12: Ja genau, also wenn es mir als Mutter oder Vater sehr wichtig ist, ist es natürlich gut, dass man das immer kocht.
00:04:20: Wichtig ist so, dass man Vorbild ist, dass man das Gemüse immer auf dem Tisch hat und dann kann man es ja spielerisch versuchen.
00:04:27: Oder in verschiedenen Varianten, vielleicht war das Kindesjahr... gar nicht gekocht, sondern roh oder gepraten oder als Nuggets in einem kleinen Teig verpackt und das ist so das Wichtige.
00:04:39: Und wenn man jetzt aber die ganze Zeit sagt, jetzt nehmt doch diesen Prokoli, jetzt ist den noch, dann ist das einfach kontraproduktiv und das Kind kann sich dann noch mehr verwähren und noch weniger diesen Prokoli essen bis hin zu, dass es vielleicht sein Leben lang nie mehr was ist, gerade wenn es vielleicht mal gezwungen wurde.
00:04:56: Also das ist wirklich gar nicht gut.
00:04:59: Was mir dabei einfällt, finde ich total interessant, was du grade sagst.
00:05:02: Ich hatte mein Gespräch mit unserer Kinderärztin, also der Kinderärztin von meiner Tochter, und die sagte, ja, deutsche Eltern neigen manchmal dazu, also diejenigen, die sich eben Gedanken um die gesunde Ernährung machen, neigen manchmal so ein bisschen dazu, dann zu sagen, okay, mein Kind mag nicht Brokkoli, dann versuche ich jetzt sieben, vierzig andere Gemüsearten irgendwie, bis ich irgendwann mal was finde, was mein Kind ist, was natürlich ... Erst mal bestimmt auch lobenswert ist auf eine Art, aber sie sagte, es gibt zum Beispiel andere Länder, sie hat da Frankreich angeführt, kann ich jetzt tatsächlich jetzt so gerade nicht verifizieren, aber sie hat zumindest dieses Beispiel angeführt und sagte, da machen das die Mütter so oder die Väter wäre auch immer, da wird einfach die, keine Ahnung, Obergine auf den Tisch gepackt und wenn das Kind das heute nicht ist, dann versuchen wir es morgen nochmal.
00:05:51: Also quasi auch dran bleiben immer wieder.
00:05:53: anbieten, oder?
00:05:54: Ja, das ist eigentlich ein guter... Ja, einfach eine Grundregel, dass man das Gemüse immer auf den Tisch hat.
00:06:01: Ich sehe dann oft Eltern, die hören auf, Gemüse zu kochen, weil das Kind ist es ja sowieso nicht.
00:06:07: Und das ist ein Fehler, den man macht.
00:06:08: Wenn man aber immer Gemüse ist und Vorbild ist als Eltern, dann hat man vielmehr Chancen, dass das Kind wieder kommt und irgendwann probieren will.
00:06:17: Und das ist so das Wichtige.
00:06:19: Also, man darf nicht darauf bestehen, dass es das ist, aber dass es die Möglichkeit hat.
00:06:23: Das ist so das Wichtige, dass man die Grundliegung ja schafft.
00:06:26: einfach alles auf dem Tisch ist und vielleicht eben in verschiedenen Formen dann diese Oberschiene anbieten, das ist wichtig.
00:06:34: Okay, was bedeutet für dich ausgewogene Ernährung?
00:06:38: Dass man verschiedene und farbige Lebensmittel auf dem Tisch hat und nicht immer nur das Gleiche, also dass man aufhört immer nur Lugeln zu kochen, sondern wirklich auch mal Reis, vielleicht mal Mais, also Polenta, was ich sehr mag, zum Beispiel Reis, verschiedene Getreide.
00:06:56: braucht, dass man auch Kartoffeln nicht vergisst.
00:06:58: Manchmal geht es auch irgendwie vergessen, dass man verschiedenfarbenes Gemüse einfach hat.
00:07:04: Und da darf dann was kleines Süßes auch seinen Platz haben.
00:07:07: Das ist wichtig.
00:07:08: Ich bin gegen Verbote.
00:07:10: Okay, das ist ja schon mal ehrlich gesagt auch ein bisschen entspannend in dem
00:07:15: Kontext.
00:07:16: Ich glaube, dass das auch so ein bisschen Druck rausnimmt, dass man so denkt als Elternteil, oh Gott, ich darf jetzt überhaupt nichts Süßes und bloß irgendwie... Nur noch Gemüse und so.
00:07:26: Ein Begriff, den ich bei dir auch ab und zu gelesen habe, den ich vorher nicht kannte, der Picky Eater.
00:07:33: Was ist
00:07:35: das?
00:07:36: Das typisch wählerische Kind, was ihn auch zur Autonomiefasse eigentlich gehört, ist ein normaler Entwicklungsschritt, den Kinder durchlaufen.
00:07:47: So ab eineinhalb, zwei Jahren beginnt das, das Kinder Gemüse ablehnen oder die grünen Punkte ablehnen und auch nichts vermischtes mehr essen.
00:07:55: Das hat so ein bisschen mit der Steinzeit zu tun, weil da was so alles was vermischt ist, da könnte was Giftiges drin sein.
00:08:03: Kinder werden... ein bisschen mehr von der Mama weggehen und alles was rot ist, kann reif sein, grün aber könnte giftig sein oder unreif.
00:08:11: und das haben wir so in uns drin und das ist in dieser Phase ganz normal.
00:08:16: Wichtig ist, dass man eben das nicht verstärkt und die Grundlagen hat, dass man einfach da wieder raus kommt und weiterhin anbietet und eben nicht damit aufhört.
00:08:24: Das ist so das Wichtige.
00:08:26: Da könnte man ja im Prinzip das auch so ein bisschen verbinden mit dem, was du davor gesagt hast, dass man einfach, ich sag mal, einen bunten Teller irgendwie für das Kind kreiert.
00:08:35: Also das Auge ist ja dann auch so ein bisschen mit und wenn da irgendwie alle Farben vertreten sind, dann ist es vielleicht für das Kind ein bisschen erträglicher, wenn da auch was Grünes liegt, oder?
00:08:43: Genau, also ist den Regenbogen und bietet alle Farben an.
00:08:47: Man kann auch darüber sprechen, welche Farben jetzt hier liegen, warum es verschiedene Farben gibt und dass alle alle Farben wichtig sind für den Körper zum Beispiel.
00:08:56: Ich vermeide ja, dass man sagt, das ist gesund und ungesund, das sollte man nicht, weil dann teilt man ein in schlecht und gut.
00:09:03: Aber dass man sagt, was der Körper braucht oder warum gewisse auch Farbstoffe wichtig sind, also zum Beispiel die Karotte, die ist orange, das ist wichtig für die Immunsystem und für die Augen, dass man es so argumentiert.
00:09:17: Das ist ganz, ganz gut.
00:09:18: Und genau, man kann grün ja auch eben wieder anders verpacken, ob man jetzt Kräuter nimmt und das Kind selber über die Nudeln oder die Soße streuen lässt.
00:09:29: oder ob man Brokkoli nimmt und da eine Geschichte von herum verpackt.
00:09:32: Also da gibt es so viele Möglichkeiten.
00:09:34: Ah, das ist auf jeden Fall, glaube ich, noch mal ein guter praktischer Tipp.
00:09:37: Und versuchen wir doch jetzt nochmal, nochmal ein bisschen praktischer zu werden.
00:09:42: Hättest du vielleicht so, ich sag mal, ein, zwei Rezepte für Familienessen, die du kurz vorstellen könntest, wo du sagst, ah ja, sowas ist immer gut zu machen.
00:09:50: Ja,
00:09:50: also wichtig ist mir, ist mir, dass man ja nicht die ganze Zeit diese Fertigprodukte ist und das möchte ich ja auch auf Instagram zum Beispiel immer wieder zeigen, dass... man zwar einen kleinen Teil mitnehmen kann aber versucht frisch zu kochen und da gar nicht länger braucht eigentlich, wenn man frisch kocht.
00:10:06: Ich finde kuskus was ganz schnell ist mit gebratenem Gemüse und Tofu in einer Pfanne zum Beispiel.
00:10:12: oder wenn man Fleisch ist kann man den Fleisch zunehmen.
00:10:15: oder so eine Kartoffel Gemüsepfanne, dass man das alles in eine Pfanne auch nimmt.
00:10:20: Wenn man weniger Töpfe hat, muss man weniger erwaschen.
00:10:23: Das ist auch gut.
00:10:24: Oder sogar vorkocht, dass man die Soße vorkocht.
00:10:26: Dann hat man etwas weniger, was man machen muss.
00:10:29: Kann auch die Nourine dann und noch ein Gemüse machen.
00:10:34: Ich habe jetzt auch nicht ein einziges Rezept, das so wichtig und gut ist, sondern eben wieder dieser Vielfalt ist mir wichtig.
00:10:40: Aber es gibt so viele Rezepte, die sind schnell.
00:10:43: Gemüse ist ja schnell zu bereitet.
00:10:46: Dann, wenn man noch die Nudeln oder Kartoffeln vielleicht vorgekocht hat oder eben Kuskus, da muss man ja irgendwie nur fünf Minuten das ziehen lassen, den heißen Wasser, das ist auch super schnell.
00:10:56: oder Reis vor Kochen nochmal anbraten, da kann man ganz schnell was machen.
00:11:01: Ich finde immer wichtig, dass man eben stressfrei bleibt, die Kinder mit einbezieht in die Menüplanung oder ins Zusammenkochen, dass die Kinder mithelfen und auch, dass man kein Gemüse versteckt zum Beispiel, also dass man das Kind nicht hintergeht, sondern auch sagt, was drin ist.
00:11:18: Und das Kind einfach mitnimmt, weil wenn es auch weiß, welches Gemüse gibt es denn alles und wie kann ich das benennen und welchen Geschmacksrichtungen gibt es.
00:11:27: Denn Wortschatz eigentlich auch aufbaut, dann hat das Kind auch Interesse am Essen und ist neugierig und das sollte man fördern.
00:11:36: Fördert man auch ein gesundes Essverhalten.
00:11:38: Moana, Verschla, Alias, Miss Brokoli.
00:11:41: Vielen, vielen Dank für deine Tipps.
00:11:43: Da hab ich tatsächlich auch noch mal einiges gelernt, obwohl ich mich ab und zu ja auch schon reingelesen habe und auch deinen Instagram-Account kenne.
00:11:51: Aber vielen, vielen Dank für deine Zeit und deine Tipps und danke, dass du heute uns ein paar Antworten gegeben hast.
00:11:57: Ja, sehr gerne.
00:11:58: Wir bleiben beim Thema Ernährung in der Familie.
00:12:01: Erstmal auch beim Thema praktische Tipps.
00:12:03: Mein nächster Gesprächspartner ist, kann ich so sagen, eine Instanz auf Instagram über zweihunderttausend Follower.
00:12:10: Sie bespielt die Blocks Brei Rezept.de und Familienkost.de.
00:12:14: Und zwar sehr erfolgreich seit Jahren.
00:12:17: Regelmäßig wird sie in großen Zeitschriften und Magazinen zitiert.
00:12:21: Sie gibt reinweise Rezept-Edenen.
00:12:23: Ich habe neulich auch ein Video mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gesehen.
00:12:27: hat sie mit ihm sechstische Kartoffelsuppe gekocht, zum Beispiel.
00:12:31: Sie ist dreifache Mama und Ernährungsexpertin.
00:12:34: Hallo und herzlich willkommen Jenny Böhme.
00:12:36: Hallo, ich freue mich, dass ich hier sein darf.
00:12:39: Und ich freue mich, dass ich mit dir sprechen darf.
00:12:41: Jenny, du machst das ja jetzt echt schon einige Jahre und bist in den Jahren ja auch total erfolgreich unterwegs.
00:12:48: Hast du das Gefühl, dass das Thema gesunde Ernährung in der Familie in den letzten Jahren irgendwie wichtiger geworden ist für junge Familien?
00:12:57: Also ich glaube, dass das Thema gesunde Ernährung für viele Eltern sehr wichtig ist, sobald sie Eltern geworden sind und das Kind mehr ist als die Muttermilch.
00:13:04: Dann fängt das bei vielen Eltern an, dass sie sich darum kümmern oder dafür interessieren, was soll mein Kind essen, was kann ich ihm geben, dass alles gut geht.
00:13:11: Und das ist so meistens bei den vielen Erwachsenen der Punkt, wo sie auch selber anfangen, sich für gesunde Ernährung zu interessieren.
00:13:17: Also quasi selbst die eigene Ernährung aufromstellen?
00:13:21: Genau, ja, den Eindruck habe ich, dass viele halt so in der, also die Kinder wachsen ja selber raus, studieren und leben ihr Leben und sobald dann aber die eigene Familie gegründet wird, bekommt das Thema noch mal eine ganz andere Relevanz.
00:13:33: Da hinterfragt man die eigenen Eskepone.
00:13:35: Genau.
00:13:37: Ich muss ehrlich gesagt so eine kleine Geschichte von mir selbst erzählen, als ich meine Tochter bekommen habe.
00:13:42: War das ehrlich gesagt genauso, wie du das gerade gesagt hast?
00:13:45: Da hat man tatsächlich die eigene Ernährung nochmal auf den Prüfstand gestellt.
00:13:48: Und da war mir das Thema extrem... wichtig.
00:13:51: Ich habe mich ganz viel informiert, was manchmal auch ein bisschen dazu geführt hat, ehrlich gesagt, dass ich mich mitunter gestresst habe.
00:13:58: Also... Jetzt folgen dir ja auch so viele Menschen und vielleicht bist du auch manchmal im Austausch mit den Eltern.
00:14:03: Was rätst du Eltern, die sich bei diesem Thema so extrem stressen?
00:14:06: So, oh, wenn ich jetzt eintropfen zu viel oder zu wenig Öl in den Brei mache, dann ist es schlecht.
00:14:11: Oder wenn ich jetzt zum zweiten Mal in Folge, zweiten Tag in Folge Nudeln anbiet um Gottes Willen, dann kommt die Ernährungspolizei.
00:14:19: Wo ist für dich der gesunde Mittelweg?
00:14:21: Was rätst du den Eltern?
00:14:23: Also bei mir war das ja selber auch so, dass ich mich am Anfang so gestresst habe und nichts falsch machen wollte und ich habe dann eben mein Best Practice entwickelt und das teile ich ja auf meinem Brei Rezept Block und dann spät auf dem Familienkostblock und das gibt in kurzen Infos wieder, was sind so die Grundregeln der gesunden Ernährung, was sollt ich beachten, aber das ist alles nur... Ja, genau wie du ja sagst, ein Mittelweg.
00:14:42: Also es gibt nach oben und nach unten immer Abweichung.
00:14:45: Und jeder Tag darf auch mal ein bisschen anders sein.
00:14:47: Was würdest du denn Eltern raten bei dem Thema?
00:14:52: Also woran können sie sich sozusagen festhalten?
00:14:54: Wenn man jetzt sagt, okay, ich habe ehrlich gesagt nicht die Kapazitäten, mich superintensiv mit dem Thema zu beschäftigen.
00:15:00: Natürlich ist mir das Thema gesunde Ernährung wichtig.
00:15:03: Wo würdest du sagen, okay, pass mal auf.
00:15:05: Wenn du dich daran, daran, daran hältst, dann bist du schon mal auf jeden Fall... dann ist es schon mal gut.
00:15:10: Also das einfachste, finde ich, ist, ein Wochenplan zu erstellen.
00:15:13: Das ist eigentlich mein ultimativer Tipp, wenn man sich einmal am Wochenende hinsetzt, am besten je nach Alter der Kinder mit den Kindern zusammen und überlegt, was wollen wir denn die nächste Woche kochen.
00:15:22: Weil dann durchdenkt man sich das einmal und dann merkt man, ich will ja nicht jeden Tag Nudeln kochen und ich brauche vielleicht auch mal Fisch oder mal Fleisch.
00:15:29: Die Kinder wollen auch mein Lieblingsgericht essen.
00:15:31: Wenn man sich das vorplant, nimmt das extrem viel Stress und sorgt dafür, dass der Speiseplan automatisch ausgeglichen wird.
00:15:38: Also das ist mein absoluter, ultimativer Tipp.
00:15:41: Das muss man sich einfach angewöhnen und dann läuft das wie so eine Routine durch.
00:15:45: Und ja, entweder man stirbt selber in Kochbüchern oder man schreibt sich als Familie einmal eine Liste auf mit Eingerichten, die man gerne ist und... plant dann daraus.
00:15:53: Oder man macht es ganz einfach und guckt jede Woche auf meinem Blog.
00:15:56: Da gibt es auch immer ein Wochenplan mit Rezepten der Saison, der eben ausgeglichen ist mit vegetarischen Rezepten, mit Kartoffeln, Fleisch, Fisch, Wurfel, jeden was dabei.
00:16:05: Dann hat man sozusagen einmal den Aufwand und muss dann nicht jeden Tag neu möglicherweise noch nach der Arbeit, nach der Kita und was was ich noch irgendwie überlegen.
00:16:12: Oh, das mache ich jetzt heute Abend so oder heute Mittag oder wann auch immer, ne?
00:16:16: Genau.
00:16:17: Das ist vielleicht in dem Moment erstmal so eine Umgewöhnung, dass man sich das angewöhnt, diesen Wochenplan regelmäßig auch zu... stellen, aber der nimmt wirklich so viel Stress ab im Alltag.
00:16:25: Weil man genau weiß, was man wann vorbereiten muss oder was man einkaufen muss.
00:16:29: Man geht nicht mehr hungrig nach der Arbeit, schnell noch in den Supermarkt und holt sich dann doch wieder irgendwas, was man ja eigentlich weniger essen wollte.
00:16:36: Also das kann ich nur empfehlen.
00:16:37: Das
00:16:38: ist auf jeden Fall ein super Tipp.
00:16:40: Was ich ehrlich gesagt krass finde, ich habe neulich von einer Beraterin gehört, Kinder wachsen heute so gesund auf wie die letzten Jahrzehnte nicht mehr.
00:16:47: Also sie meinte damit, dass halt nach den Jahren der verarbeiteten Lebensmittel natürlich jetzt halt wieder so ein Trend entsteht hin zur bewussten Ernährung.
00:16:56: Andererseits schlagen Ärzte zum Beispiel Alarm und sagen, wir steuern in Deutschland auf eine ganz fette Ernährungskrise zu.
00:17:05: Hast du das Gefühl, dass das Thema Ernährung so ein Bubble-Thema ist?
00:17:09: was entweder Eltern extrem umtreibt, andererseits aber, dass es auch viele Eltern gibt, die zum Beispiel selbst, die den Zugang zu gesunder Ernährung gelernt haben und es dementsprechend auch nicht weitergeben.
00:17:20: Was ist dein Gefühl?
00:17:21: Ja, also das ist auch definitiv mein Gefühl.
00:17:24: Es gibt einige Eltern, die sich ganz viel Gedanken machen und dann auch nichts falsch machen möchten und sich damit auch selber unter Druck setzen.
00:17:30: Und dann gibt es aber ganz viele Eltern auch, die entweder keine Zeit haben oder nicht das Wissen, sich damit richtig auseinanderzusetzen und das dann dementsprechend auch nicht weitergeben können.
00:17:40: Ja, also das ist ein ganz großes Thema.
00:17:43: Wir haben in dieser Folge auch schon über das Thema gemeinsam Kochen zum Beispiel gesprochen, wo vielleicht auch, ich sage mal, möglicherweise auch Familienrituale entstehen können.
00:17:54: Wie wichtig ist das in deinen Augen, um Kinder an gesunde Ernährung heranzuführen?
00:17:58: Das finde ich extrem wichtig, gemeinsam zu kochen.
00:18:01: Und es fängt schon bei den allerkleinsten an, die ihr dann, sobald sie sitzen können, irgendwie auf der Arbeitsfläche mit sitzen können und die Salatblätter mit ihren Fingerchen versuchen können, vom Eisbergsalat abzupulen oder irgendwelche Bananenschälen oder irgendwas umrühren.
00:18:14: Also man kann Kinder da ab jedem Alter einbeziehen und sollte das auch tun.
00:18:18: Und Plätzchenbacken zum Beispiel mit Kindern klingt ja immer total romantisch, ist aber am Ende doch ganz anders, wenn man es dann in der Realität doch wieder alleine in der Küche steht.
00:18:26: Aber das sind so kleine Schritte und die darf man nicht vernachlässigen.
00:18:30: Also bei jedem Schritt, was ich meinem Kind zeige, lernt das Kind was dafür und kann es beim nächsten Mal von selbst.
00:18:37: Und in Summe macht das ganz viel aus.
00:18:38: Und außerdem kann man beim Kochen so viel.
00:18:40: Also man kommt viel besser an Gespräche, wenn man nebenbei beschäftigt ist.
00:18:43: Oder man kann Mathe üben, wenn man jetzt mit Grundschulkindern für den Kuchen, die das Mehl abmisst.
00:18:49: Wie viel Gramm sind das jetzt?
00:18:50: Oder wie viel Butter brauche ich?
00:18:53: Was ist ein Fund?
00:18:54: Also man kann richtig viel dabei machen.
00:18:56: Das ist einmal das Pädagogische.
00:18:58: Und das Kind lernt aber auch Lebensmittel anders kennen.
00:19:00: Also man bekommt eine Beziehung zum Lebensmittel.
00:19:02: Und das macht auch noch mal ganz viel aus.
00:19:04: Das ist dann einfach besser schmeckt.
00:19:06: Viele Kinder lehnen ja auch einen Töpfer ab, weil das so durcheinander gemischt ist und sie nicht richtig wissen, was sie darin erwartet.
00:19:12: Wenn sie aber den Eintopf selber mitkochen und alles selber mit reingeben, dann haben sie eine Beziehung zu den Lebensmitteln, sie sehen das, sie mögen das wahrscheinlich auch einzeln und sind dann viel gewollter, auch den Eintopf zu probieren.
00:19:23: Ah, das ist auch ein guter Tipp.
00:19:24: Danke auf jeden Fall dafür.
00:19:26: Jenny, ich habe eben schon erzählt, als ich Mutter geworden bin, hat sich natürlich... Das können wahrscheinlich alle Eltern zu unterschreiben.
00:19:32: Vieles geändert auch im Kochverhalten und in der Lebensweise.
00:19:35: Als mein Kind noch im Stillalter war, war das bei uns zum Beispiel so, wir hatten halt so ein Online-Service, da kriegt man da nie Zutaten nach Hause geliefert, war alles lecker, war alles super.
00:19:44: Aber irgendwann habe ich halt gemerkt, okay, das Kind würde jetzt halt rein theoretisch mitessen, kann aber diese Gerichte gar nicht mitessen, weil das zum Beispiel was weiß ich, irgendwelche scharfen asiatischen Gerichte waren oder so was, ja.
00:19:56: Und auf zweimal kochen hatte ich jetzt keine Lust.
00:19:59: Also habe ich irgendwann angefangen so Kinderessen halt zu kochen, ne?
00:20:03: Und irgendwann habe ich gemerkt, ich habe hier immer die gleichen fünf Rezepte, die ich rauf und runter bete.
00:20:09: Hast du so ein Go-to Rezept, was grob gesagt, ich sag jetzt mal allen Kindern schmeckt?
00:20:15: Ist natürlich immer sowieso schwierig, aber was erst mal gut sich anhört so und was schnell gemacht ist.
00:20:21: Also was bei uns immer geht, ist Nudelauflauf.
00:20:24: Weil was mit Käse überbacken ist, mögen eigentlich alle, nicht nur Kinder.
00:20:27: Und dem kann man ja auch ganz doll variieren.
00:20:29: Also die einfachste Version wäre, ich nehme einfach Tiefkühl-Kaiser-Gemüse und gewürztes und koche das mit den Nudeln, gebe es in die Auflaufform und dann kann ich noch nimm.
00:20:37: eine leichte Sauce zu machen, indem ich einfach ein bisschen Gemüsebrühe mit Schmandmische das darunter rühre und Käse drüber und ab in den Ofen.
00:20:44: Und das kann man ja super variieren.
00:20:45: Also man kann da noch Jähnchen mit reinmachen.
00:20:47: Oder man kann die Menge dann auch auf zwei Auflaufformen aufteilen und ich mache dann eine Hälfte noch Knoblauch und ein bisschen Chili für die Eltern.
00:20:55: Und die andere lasse ich so.
00:20:56: oder ich mache, wenn ich mich als Mama Low Carb ernähren will, nehme ich mir halt nur ein bisschen mehr Gemüse und weniger Nudeln.
00:21:01: Die Kinder kriegen in ihrer Form mehr Nudeln und weniger Gemüse.
00:21:04: Also da hat man richtig viele Möglichkeiten mit.
00:21:07: Gibt es irgendwas, wo du zum Schluss noch sagen würdest, das wär dir wichtig zu dem Thema zu sagen?
00:21:15: Also ganz wichtig finde ich, dass man entspannt bleibt bei der Ernährung mit Kindern.
00:21:19: Es wird nicht immer alles so laufen, wie man sich das vorstellt.
00:21:21: Trotzdem sollte man sich Gedanken machen, eben zum Beispiel ein Wochenplan aufstellen, dass man ausgeglichen ist.
00:21:27: Und man sollte Vorbild sein.
00:21:28: Also Kinder sehen ganz viel und adaptieren ganz viel, was die Eltern machen.
00:21:32: Und wenn ich nicht will, dass mein Kind nascht, ich aber selber immer die Erdnüsse an meinem Schreibtisch stehen habe oder mir nachmittags irgendwie im Schokoregal noch was rohle, dann wird mein Kind das natürlich auch machen und irgendwann denken, das ist ja normal.
00:21:43: Also so wie man sich selbst verhält.
00:21:45: So wird das auch das Kind tun.
00:21:48: Das war noch mal so ein Stachel zum Schluss.
00:21:51: Aber du hast natürlich völlig recht.
00:21:53: Das ist ja absolut so.
00:21:55: Jenny, vielen Dank für deine Zeit und deine Tipps.
00:21:57: Vielen Dank fürs Einschalten.
00:21:59: Falls es euch gefallen hat, gerne abonnieren.
00:22:02: Und falls euch das Thema interessiert, dann hört gerne das nächste Mal noch mal rein.
00:22:05: Da wird es nämlich unter anderem auch darum gehen, wie gesunde Ernährung Kinder in ihrer Entwicklung beeinflusst.
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